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Biographisches über Manfred Weiss

Lehrer

Von 1952 bis 1955 studierte Manfred Weiss Komposition bei Prof. Hans Stieber und Musiktheorie bei Prof. Dr. Franz von Glasenapp an der Staatlichen Hochschule für Musik in Halle/Saale. Von 1955 bis 1957 setzte er sein Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin fort. Er studierte Komposition bei Prof. Rudolf Wagner-Régeny und Musiktheorie bei Prof. Ruth Zechlin sowie Prof. Jürgen Wilbrandt. Von 1957 bis 1959 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste in Ost-Berlin bei Wagner-Régeny.

Rudolf Wagner-Régeny am Klavier
Foto-Archiv Weiss

Manfred Weiss über seinen hochverehrten Lehrer Rudolf Wagner-Régeny:

„Ich habe bei ihm Klarheit und Durchsichtigkeit der Diktion gelernt, aber auch Konzentration und Knappheit in der Aussage. Er war ein Feind jeglicher Geschwätzigkeit aber auch aller Substanzlosigkeit und jeglichen Bluffs. Großen Wert legte Wagner-Régeny darauf, daß auch die heutige Musik, ,schön‘ sein müsse. Er verlangte auch von ihr eine bestimmte Wärme, die er häufig bei neuen Stücken vermisste. Von seinen humanistischen Standpunkt aus gab es keinen Widerspruch zwischen Wahrheit und Schönheit in der Kunst.“

Schüler

Thomas Bloch-Bonhoff, Ruth Bodenstein-Hoyme, Michael Flade, Reiko Füting, Gottfried Glöckner, Karsten Gundermann, Volker Hahn, Bert Handrick, Friedhelm Hartmann, Eckart Haupt, Wolfgang Heisig, Olaf Henzold, Jörg Herchet, Alfred Holzhausen, Rainer Hrasky, Hans-Dieter Karras, Dieter Kempe, Ekkehard Klemm, Jürgen Knauer, Axel Langmann,  Robert Linke, Rainer Lischka, Rolf Thomas Lorenz, Christoph Müller, Christian Münch, Günter Pistorius, Heiner Vogt, Nico Richter de Vroe, Matthias Weißing und Friedbert Wissmann waren Schüler von Manfred Weiss. Darunter sind neun Komponisten, die einen Teil ihrer Kompositionsautographe in der Musikabteilung der SLUB archiviert haben. Dazu gehören: Ruth Bodenstein-Hoyme, Karsten Gundermann, Bert Handrick, Jörg Herchet, Rainer Hrasky, Jürgen Knauer, Rainer Lischka, Rolf Thomas Lorenz und Christian Münch.

Volker Hahn, ehemaliger Schüler von Weiss sowie Professor für Musiktheorie und Methodik, schreibt in einem Aufsatz zum 60. Geburtstag von Manfred Weiss, dass der Meister seinen Schülern folgenden Gedanken mit auf den Weg gab:

„Die Wahrheit nicht verleugnen und sich selbst leben!“


Fotoarchiv Weiss

Tätigkeiten

  • 19811989 Leiter der Abteilung Komposition/Tonsatz wegen „Kadermangel“ trotz seiner Mitgliedschaft in der Kirche „Herrnhuter Brüdergemeine“
  • Mitbegründer einer Kinderklasse für Komposition
  • 19841989 Vorsitzender der Jury des Internationalen Carl Maria von Weber Wettbewerbs für Streichquartett (zusammen mit Krzistof Meyer und Diether de la Motte)
  • 1995 Zwei Kammerkonzerte anlässlich des 60. Geburtstages im Kulturrathaus Dresden und auf Schloss Albrechtsberg
  • 2009 musikschöpferische Zusammenarbeit mit Schülern der 54. Mittelschule in Dresden
  • 2010 Symposion zum 75. Geburtstag mit Analysen der 3. und 4. Sinfonie sowie des Violinkonzertes unter Mitwirkung von Pof. Dr. Christoph Sramek mit anschließendem Konzert im Konzertsaal der Hochschule für Musik Dresden
  • 2012 Uraufführung „Luther-Choräle für Bläserquintett“ für das Jugend-Musikensemble Frankfurt/Main in vier Frankfurter Kirchen
  • 2014 Vorstellung der Kantate „Die Erlösten Gottes“ zur Komponistenwerkstatt Landeskirchen-Musiktag Leipzig

Zusammenstellung: Manfred Weiss 07/2014

Werkaufführungen

Besondere Aufführungen von Auftragswerken

  • 1972 Uraufführung 2. Sinfonie mit dem Choral „Lobe den Herrn, meine Seele“ in Chemnitz
  • 1977 Uraufführung Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken (mit dem Choral „Mitten wir im Leben sind“) durch Amadeus Webersinke, Orgel und der Staatskapelle Dresden unter Siegfried Kurz
  • 1979 Wiederholung in der Dresdner Philharmonie unter Herbert Kegel mit anschließender Schallplattenproduktion
  • Aufführungen in Chemnitz, Halle, Rostock und Leipzig
  • 1987 erneute Wiederholung im Messe-Sonderkonzert im Gewandhaus Leipzig unter Kurt Masur mit Michael Schönheit, Orgel
  • 1979 Uraufführung Konzert für Violine und Orchester in der Dresdner Philharmonie, Solist: Ralf-Carsten Brömsel, mit anschließendem Skandal durch Buh-Rufe und harter Diskussion im Foyer-Gespräch
  • 1984 Uraufführung 3. Sinfonie mit dem Choral „Christ ist erstanden“ durch die Staatskapelle Dresden unter Herbert Blomstedt, Wiederholung in Altenburg
  • 1984 Uraufführung Musik für 8 Bläser zur Eröffnung der Dresdner Musikfestspiele durch die „Kammerharmonie“ der Staatskapelle Dresden.
  • 1985 Uraufführung Metamorphosen der Motette "Verleih uns Frieden gnädiglich" von Heinrich Schütz zum Festakt der Staatskapelle Dresden anlässlich des 400. Geburtstages von Schütz. 1987 Wiederholung beim Internationalen Festival für Humanismus und Frieden in Leningrad
  • 1986 Uraufführung "Konzert für Violoncello und Orchester" durch die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz mit Wiederholungen in Halle und Berlin
  • 1989 Uraufführung 4. Sinfonie in der Dresdner Philharmonie unter Lothar Zagrosek, Wiederholung in Altenburg
  • 1989 Uraufführung 5. Sinfonie durch das Philharmonische Orchester Frankfurt/Oder, Leitung: Andreas Wilhelm
  • 1998 Uraufführung Kantate '"Die Erlösten Gottes" durch den Dresdner Kreuzchor, Leitung: Roderich Kreile als Geschenk des Fördervereins des Kreuzchores anlässlich seines Amtsantritts
  • 2000 Uraufführung Motette „...aber die Liebe ist die größte unter ihnen“ zum 50-jährigen Bestehen der Hochschule für Kirchenmusik Dresden, Leitung: Prof. Dr. Dr. h.c. Christfried Brödel
  • 2000 Uraufführung Kantate „Unsre Tür werde Christus aufgetan“ zum 300. Geburtstag von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf in Herrnhut
  • 2000 Uraufführung „Dankpsalm“ zum 15-jährigem Bestehen des Dresdner Kammerchores
  • 2004 Uraufführung „Das heilige Grab in Görlitz“ für Saxophon-Quartett und 2 Sprecher zum 500-jährigen Jubiläum des „Heiligen Grabes“ in Görlitz
  • 2006 Uraufführung Oratorium „Confessio saxonica“ anlässlich der 800-Jahrfeier der Stadt Dresden
  • 2012 Uraufführung „Psalm von der Trauer“ für Männerchor anlässlich des Jubiläums der Städtepartnerschaft Kiel-Tallinn in Tallinn

Aufführungen zu Musik-Biennalen und DDR-Musiktagen in Berlin

  • Oktett für Flöte, Klarinette, Fagott, Violine, Viola, Violoncello, Klavier und Schlagzeug
  • 5 Stücke für Streichorchester
  • Vier Stücke für Streichquartett
  • Trio für Flöte, Violoncello und Klavier
  • Konzert für Violoncello und Orchester
  • Liederzyklus „Erfüllung der Zeiten“

Aufführungen bei den „Offenburger Tagen für Neue Musik“ durch das Offenburger Ensemble für Neue Musik

  • Oktett
  • Klaviertrio II
  • 10 Nocturnos für Klavier
  • Sonate für Violine solo
  • Multiplo per flauto solo
  • Sieben Stücke für Streichtrio
  • Vier Lieder auf Texte von Johannes Bobrowski
  • Sonate für Violine und Klavier (Flutsonate)

Aufführungen zu Orgelfestivals in Moskau 1998 und 2004

  • Konzert für Orgel, Streichorchester und Schlagzeug
  • Alternanza per organo
  • Fantasie für Oboe und Orgel
  • Kleine Tanzrhapsodie für Saxophon und Orgel

Preise

  • 1977 Hanns-Eisler-Preis für "Konzert für Orgel, Streichorchester und Schlagzeug"
  • Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden für "Musik für 12 Blechbläser und Pauken"
  • Kompositionspreis Hans Stieber