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Geschichte der SLUB
Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) entstand 1996 aus dem Zusammenschluss zweier traditionsreicher Institutionen: der Sächsischen Landesbibliothek (SLB) und der Bibliothek der Technischen Universität Dresden (UB).

Neben der Zentralbibliothek am Zelleschen Weg 18 sind die Bibliothek DrePunct mit dem SLUB Makerspace, die Bibliothek Zellescher Weg 21 für Rechtswissenschaften samt Open Science Lab sowie die Zweigstellen für Erziehung, Medizin und Forstwesen lebendige Orte des wissenschaftlichen Austauschs geworden.
Als Institution erfüllt die SLUB mehrere Kernaufgaben: Als Staatsbibliothek übernimmt sie landesweite Koordinierungsaufgaben, als Landesbibliothek stellt sie die Bewahrung des sächsischen Kulturerbes sicher und als Universitätsbibliothek gewährleistet sie die Literaturversorgung der TU Dresden.
Geschichte der Landesbibliothek
Infolge der Verbreitung des Buchdrucks, der reformationsbedingten Auflösung zahlreicher klösterlicher Bestände sowie des florierenden Buchhandels vollzog sich in der europäischen Wissenskultur im 16. Jahrhundert ein tiefgreifender Wandel. In diesem Klima des Umbruchs gründete Kurfürst August I. – selbst ein Kind des Humanismus, leidenschaftlicher Sammler und geodätisch versierter Kartograf – im Jahr 1556 die landesherrliche „Liberey“, für die er systematisch zahlreiche Bücher und Karten erwarb und anfertigen ließ. Damit legte er den Grundstein für die Bestände der heutigen SLUB. Nach einer Phase kriegsbedingter Stagnation im 17. Jahrhundert, die vor allem den verheerenden Folgen des Dreißigjährigen Krieges geschuldet war, blühte die barocke Sammlung unter August dem Starken wieder auf. Anfangs stark auf Theologie und Geschichte fokussiert, diente die Sammlung zunächst vor allem der höfischen Bildung und Repräsentation. Der fundamentale Wandel von der privaten „Liberey“ des Herrscherhauses im Residenzschloss zur öffentlichen Bibliothek vollzog sich schließlich nach dem Umzug aus dem Zwinger in das geräumige Japanische Palais im Jahr 1786 und der Öffnung zur „Bibliotheca Electoralis Publica“ (seit 1806 „Königliche Öffentliche Bibliothek“) durch den Oberbibliothekar Johann Christoph Adelung im Jahr 1788. Die Sammlung wurde erstmals einem erweiterten Kreis außerhalb des Hofes zugänglich gemacht, indem ein Leseraum geöffnet hatte und eine Bücherausleihe möglich war.


Nach der kriegsbedingten Zerstörung des Japanischen Palais 1945 bezog die Bibliothek als Interimsstandort eine ehemalige Kaserne auf der Marienallee und wahrte auch in der DDR ihre Sonderstellung als Sächsische Landesbibliothek. Einzigartige Schätze wie der Maya-Codex, die Bibliotheken der Grafen Bünau und Brühl sowie die Integration bedeutender Musiksammlungen und der Deutschen Fotothek begründeten das Renommee der Institution, deren Profil im Jahr 1983 durch die gezielte Etablierung der Sammelschwerpunkte Bildende Kunst und Musik noch einmal erweitert wurde.
Geschichte der Universitätsbibliothek
Die Geschichte der Universitätsbibliothek war von Beginn an eng an den praktischen Bedarf des Lehrbetriebs gekoppelt: Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts entstand 1828 mit Gründung der Königlich-Sächsischen Technischen Bildungsanstalt (der heutigen TU Dresden) auch deren Bibliothek, um dem rasant wachsenden Bedarf an technischem Wissen zu begegnen. Im Jahr 1851 entwickelte sich die Technische Bildungsanstalt zur Polytechnischen Schule weiter, wodurch die Bibliothek nicht mehr nur der Vermittlung handwerklicher Grundlagen diente, sondern ihr Profil um wissenschaftlich fundierte Fachliteratur erweiterte. Mit dem Aufstieg zum Polytechnikum (1871) und der schließlichen Erhebung zur Technischen Hochschule (TH) im Jahr 1890 wuchs die Sammlung folgerichtig zu einer wissenschaftlichen Hochschulbibliothek heran.
Durch die Zerstörung Dresdens 1945 büßte die Hauptbibliothek der TH rund 70 Prozent ihres Bestandes ein. Mit den verbliebenen etwa 55.000 Bänden bezog sie ein Provisorium im ehemaligen Verbindungshaus der Sängerschaft „Erato“ in der Mommsenstraße. Trotz der teils gravierenden Schäden an den dezentralen Institutsbibliotheken gelang unter der Leitung von Helene Benndorf der Wiederaufbau der Kataloge. Mit der Ernennung der Hochschule zur Technischen Universität 1961 erlangte auch das Bibliothekssystem offiziell den Status einer Universitätsbibliothek.


Mit dem Ausbau der TU Dresden zu einer Volluniversität nach 1990 wurden die fachspezifischen Bibliotheksstandorte der Medizin, Rechts- und Verkehrswissenschaften eingegliedert. Damit vollzog sich der Wandel von der einstigen technischen Spezialbibliothek zu einer umfassenden Universitätsbibliothek.
SLUB heute
Infolge der deutschen Wiedervereinigung 1990 stand Sachsen vor einer tiefgreifenden Neuordnung seiner Kultur- und Hochschullandschaft. Sowohl die Sächsische Landesbibliothek als auch die Universitätsbibliothek hatten in der Zeit der DDR unter jahrzehntelangen Sparzwängen und akuter Raumnot gelitten: Die Landesbibliothek wurde ab 1946 provisorisch in einer ehemaligen Kaserne an der Marienallee einquartiert, während die Universitätsbibliothek über zahlreiche Standorte auf dem Campus verstreut war.
Die Fusion der beiden Einrichtungen zur heutigen Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB), die mit der Veröffentlichung des SLUB-Gesetzes am 22. Januar 1996 vollzogen war, eröffnete das Potenzial für die Entwicklung der SLUB zu einer der leistungsfähigsten wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands, indem sie das historisch-geisteswissenschaftliche Erbe der Sächsischen Landesbibliothek mit der naturwissenschaftlich-technischen Stärke der Universitätsbibliothek vereinte.


Ein erster Meilenstein der neueren Bibliotheksgeschichte war 1998 die Eröffnung des modernen Bibliotheksstandorts DrePunct, ehe 2002 der Neubau am Zelleschen Weg als zentrales Bibliotheksgebäude eröffnet wurde. Er bildete das sichtbare Zeichen der Fusion von Sächsischer Landesbibliothek und Universitätsbibliothek.

Die SLUB versteht sich als lebendiger, nutzerzentrierter „Dritter Ort“ für Begegnung, kollaboratives Arbeiten und Citizen Science, dessen vielfältige Raumangebote vom klassischen Lesesaal über das TextLab und Open Science Lab bis zum Makerspace und zu Podcast- und Greenscreen-Studios reicht. Sie fördert mit ihren Ausstellungen und Publikumsveranstaltungen den gesellschaftlichen Diskurs. Historische Sammlungen, zeitgenössische Quellen und aktuelle Forschung werden zum Ausgangspunkt für öffentliche Diskussionen über aktuelle gesellschaftliche Themen.


Mit der TU Dresden betreibt die SLUB das Deutsche Archiv der Kulinarik. Gemeinsam machen beide Einrichtungen historische Kochbücher sowie Nachlässe berühmter Köche und Köchinnen in Ausstellungen und Veranstaltungen erlebbar und forschen zur Geschichte der Kulinarik und Tafelkultur.






