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Sächsische Koordinierungsstelle für NS-Raubgut in Öffentlichen Bibliotheken – aktive Beratung und Unterstützung wird ab Oktober 2025 eingestellt

Im Jahr 2021 wurde die bundesweit erste Koordinierungsstelle für NS-Raubgut in Öffentlichen Bibliotheken ins Leben gerufen und an der Sächsischen Landesfachstelle für Bibliotheken angesiedelt, die seit 2022 zur SLUB Dresden gehört. Im Koalitionsvertrag 2019-2024 hatte die Sächsische Landesregierung die Schaffung einer Koordinierungsstelle für die Unterstützung der Öffentlichen Bibliotheken gerade auch im ländlichen Raum vereinbart. Im laufenden Doppelhaushalt 2025/2026 konnten keine Mittel für die Fortsetzung dieser Arbeit vorgesehen werden. Die Beratung und Unterstützung der öffentlichen Bibliotheken bei der Provenienzforschung durch die Koordinierungsstelle wird somit Ende September 2025 eingestellt. 

In den vergangenen Jahren betreute die Koordinierungsstelle insgesamt 77 Öffentliche Bibliotheken in Sachsen im Umgang mit ihren historischen Beständen sowie bei der Suche und Rückgabe von NS-Raubgut. Mit ihrer Unterstützung konnte an sieben Öffentlichen Bibliotheken NS-Raubgut nachgewiesen und auf dieser Basis drei Projekte beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste beantragt werden – mehr als in jedem anderen Bundesland bislang.

Volker Cirsovius von der Koordinierungsstelle beriet die Öffentlichen Bibliotheken Sachsen zum Umgang mit historischen Beständen, unterstützte mit Expertise bei der Erschließung von kulturellem Erbe, der Bestandserhaltung sowie im Katastrophen- und Kulturschutz. 
Die Koordinierungsstelle organisierte den jährlich stattfindenden bibliothekarischen Fachtag zum Thema Altbestand sowie acht Vernetzungstreffen der sächsischen Provenienzforschenden (u.a. mit Vertretungen politischer Parteien und Expertinnen und Experten für Themen wie z.B. NS-Raubgut und DDR-Unrecht). Auch in Fachartikeln, Vorträgen und Fortbildungen vermittelte die Koordinierungsstelle die Themen Provenienzforschung und NS-Raubgut. 

Da die Koordinierungsstelle im laufenden Doppelhaushalt 2025/2026 nicht weiter finanziert werden konnte, muss sie ihre Arbeit zum 30. September 2025 einstellen. Eine umfassende, systematische Unterstützung der Öffentlichen Bibliotheken und sächsischen Kommunen bei der Suche nach NS-Raubgut und der Restitution ist damit nicht mehr möglich, jedoch können sich die Öffentlichen Bibliotheken mit einzelnen Fragen an die Sächsische Landesfachstelle für Bibliotheken wenden, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten beraten wird.