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Pressemitteilung

Startschuss für Nationale Forschungsdateninfrastruktur: Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek erfolgreich in NFDI-Konsortien

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder (GWK) hat auf ihrer heutigen Sitzung über die Anträge der ersten Ausschreibungsrunde für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) entschieden. Mit jährlich bis zu 90 Mio. Euro werden Bund und Länder die NFDI bis 2028 gemeinsam fördern. Neun von 22 Bewerbern waren erfolgreich, darunter das von der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) mit entwickelte Konsortium NFDI4Culture. Mit dem Fachinformationsdienst Mobilität und Verkehr und den Dresdner Verkehrswissenschaften ist die Bibliothek zudem auch am Konsortium NFDI4Ing beteiligt.

Der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow misst dieser Entscheidung eine große Bedeutung bei:

In der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) sollen die wertvollen Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das gesamte deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschlossen, vernetzt und nutzbar gemacht werden. Bislang gibt es auf nationaler Ebene keine koordinierte Initiative für ein professionelles Forschungsdatenmanagement. Ich freue mich, dass wir unter maßgeblicher Beteiligung der SLUB mit ihrer ausgewiesenen Expertise in den Bereichen Kunst, Fotografie, Design und Musik nun eine bedarfsgerechte Infrastruktur entwickeln können. NFDI4Culture und die weiteren Forschungsdatenkonsortien werden so auch die sächsische Forschungslandschaft stärken.

 

Die SLUB wird sich im Dialog mit Forschenden, Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Institutionen dem Thema Standards und Datenqualität widmen sowie fachspezifische Publikationsinfrastrukturen und Systeme für die digitale Langzeitverfügbarkeit von Forschungsdaten entwickeln. Bestehende Angebote für die Bereitstellung, Vernetzung und Veröffentlichung von Forschungsdaten werden stark erweitert. Dies erhöht die Zugänglichkeit, aber auch die Wiederverwendbarkeit von Forschungsergebnissen im Bereich der materiellen und immateriellen Kulturgüter.

Dr. Achim Bonte, Generaldirektor der SLUB:

Wissenschaftliche Bibliotheken sind wesentliche Partner bei der Entwicklung digitaler Informationsinfrastrukturen. Es ist für die SLUB von zentraler Bedeutung, insbesondere in unseren traditionellen Schwerpunktfächern Kunst- und Musikwissenschaft führend mitwirken zu können. Gern leisten wir daneben unseren Beitrag auf dem wichtigen Zukunftsfeld der Mobilitäts- und Verkehrsforschungsdaten, einem weiteren Profilschwerpunkt des Hauses.

Digitale Daten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern sind ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens, der Kommunikation und der kulturellen Erfahrung. Sie sind nicht nur für künftige Wissenschaftsgenerationen von großer Bedeutung, sondern bilden die Grundlage von beständigen Transferprozessen zwischen Forschenden, Kunstschaffenden, Kulturwirtschaft und Zivilgesellschaft. NFDI4Culture nimmt die fächerübergreifende Auffindbarkeit und Zugänglichkeit sowie die langfristige Sicherung und kontinuierliche Pflege dieser Daten in den Blick. Dazu gehören 2D-Digitalisate von Gemälden, Photographien und Zeichnungen ebenso wie digitale 3D-Modelle kulturhistorisch bedeutender Gebäude, Denkmäler oder audiovisuelle Daten von Musik-, Film und Bühnenaufführungen.

NFDI4Culture wurde über zwei Jahre in enger Zusammenarbeit zwischen elf Fachgesellschaften, neun Trägerinstitutionen und 52 Partnern entwickelt. Zu den Trägerinstitutionen gehören vier Universitäten (Heidelberg, Köln, Marburg, Paderborn), drei Infrastruktureinrichtungen (FIZ Karlsruhe, TIB Hannover, SLUB Dresden), die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, die die Federführung im Konsortium innehat. Im Rahmen des Konsortiums werden nicht nur europäische Entwicklungen berücksichtigt, sondern auch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der UNESCO, dem Internationalen Museumsrat, der Open Knowledge Foundation, Wikimedia oder dem Getty Research Institute realisiert.

 

Kontakt

Annemarie Grohmann
Pressesprecherin SLUB
Telefon: +49 (0)351 4677-342
E-Mail: Annemarie.Grohmann@slub-dresden.de