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Inkunabeln

Die als Wiegendrucke oder Inkunabeln bezeichneten Drucke der Zeit zwischen Johannes Gutenbergs 42-zeiliger Bibel (1452–1454) und 1500 sind in ihrem Erscheinungsbild noch vom handschriftlichen Buch geprägt. Der handgemalte ornamentale und figürliche Schmuck wurde zunehmend ersetzt durch Holzschnitte, die teilweise von Hand koloriert wurden.

Practica musicae

Franchino Gaffori: Practica musicae.
Mailand: Guillermus Le Signerre für Johannes Petrus de Lomatio, 30. Sept. 1496.
Signatur: Ink.2426(2)

Digitalisat in der Deutschen Fotothek.

Der einflussreiche Musiker, Komponist und Musiktheoretiker Franchino Gaffori (Gafurius) (1451–1522) wirkte ab 1484 als Kapellmeister am Mailänder Dom. Die Holzschnittinitialen und Bordüren dieses auf Pergament gedruckten Exemplars sind so prachtvoll koloriert, dass sie wie handgemalt wirken. In die ursprünglich leeren Wappenschilde wurden das Wappen bzw. die Impresen des Herzogs Ludovico Maria Sforza von Mailand (1452–1508) gesetzt.

Das Narrenschiff

Sebastian Brant: Das Narrenschiff.
Französische Übersetzung von Pierre Rivière. – Paris: [Jean Lambert für] Geoffroi de Marnef und Johann Philippi, 1497.
Signatur: Ink.4114(2)

Digitalisat in der Deutschen Fotothek.

Das „Narrenschiff“ des Straßburger Humanisten, Juristen und Dichters Sebastian Brant (1457/58–1521) entfaltete als erste deutschsprachige Moralsatire eine europaweite Wirkung. Mit 112 teilweise auf Dürer zurückgehenden Holzschnitten ausgestattet, wurde die Dichtung zur Fastnacht 1494 erstmals in Basel gedruckt. 1497 erschien eine lateinische Version, die im selben Jahr ins Französische übersetzt wurde. Die Holzschnitte im Dresdner Exemplar wurden prächtig in Deckfarben mit Goldhöhung koloriert. Die ersten beiden Holzschnitte werden zudem von handgemalten Bordüren mit dem Wappen der Herzöge von Albret, der Devise „ESPOIR MENVYT“ („mindere Hoffnung“) und den Initialen I[ean?] D[uc?] (= Jean d’Albret, König von Navarra?) gerahmt.