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Neuzeitliche Handschriften in italienischer Sprache

Die SLUB bewahrt rund 350 italienischsprachige Handschriften des 16. bis 19. Jahrhunderts, die derzeit in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt in der SLUB wissenschaftlich erschlossen und digitalisiert werden. Der thematisch und gattungsmäßig heterogene, teils aus Italien stammende, teils in Dresden angefertigte Bestand spiegelt die verschiedenen Interessen des Dresdner Hofes wider: hauptsächlich Staats- und Militärwesen, Ökonomie, Geographie, Naturkunde, Alchemie, Medizin, Pferdehaltung, Reitkunst, Poesie, Festwesen, Spiele, Theater- und Opernwesen. Die Handschriften zeigen, dass neben italienischer Kunst und Musik auch die italienische Sprache in Dresden kultiviert wurde.

Verschiedene Abhandlungen zur Geometrie, Vermessung und Festungsbaukunst

Illustrierte Handschrift auf Papier.
Italien, um 1645.
SLUB: Mscr.Dresd.Ob.12
Foto: SLUB



Der 1739 vom kurfürstlichen Bibliothekar Johann Christian Götze in Italien erworbene Band enthält unter anderem Entwürfe zu (oder Exzerpte aus?) Texten der namhaften Militärarchitekten Adam Freitag (1608–1650) und Francesco Tensini (1581–1630) mit teils kolorierten Federzeichnungen und Bleistiftskizzen (im Fall Tensinis mit Bezug zu den Kupferstichen in dessen 1624 gedrucktem Werk über die Bewachung, Verteidigung und Eroberung von Festungen). Es finden sich auch einige figürliche Studien in Bleistift und Rötel ohne erkennbaren Textbezug.

Traktat über die Anlage von Festungen

Carlo Theti: Discorsi delle fortificazioni
Illustrierte Handschrift auf Papier.
Dresden, dat. 15. März 1583.
SLUB: Mscr.Dresd.Ob.14
Foto: SLUB

Der italienische Militärarchitekt Carlo Theti (1529–1589) war für verschiedene Fürsten in Italien und in Deutschland tätig, darunter auch für Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553–1586). Die Dresdner Handschrift enthält Teile eines Traktates über die Anlage von Festungen, der zwischen 1567 und 1589 in verschiedenen Versionen gedruckt wurde. Sie ist vom Autor eigenhändig seinem Zögling, dem sächsischen Kurprinzen Christian (1560–1591) gewidmet. Auch die zahlreichen Zeichnungen in dem Band stammen von Thetis Hand. Darüber hinaus existieren in der SLUB eine lateinische und eine deutsche handschriftliche Version mit Widmung an den Kurfürsten August.