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Ausstellungen 2007

Gedruckt in Dresden

Ein dreiviertel Jahrhundert nach der Erfindung Gutenbergs wurde in Dresden erstmals gedruckt. Schon mit diesem Beginn im Jahr 1524 stand der Buchdruck in Dresden in Konkurrenz zu Leipzig. In der Universitäts- und Messestadt waren zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Druckereien zum Teil seit Jahrzehnten tätig und sorgten für eine weit über den mitteldeutschen Raum beachtete Buchproduktion. In der Residenzstadt an der Elbe konnte sich bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts nur eine einzige Druckerei behaupten. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verbesserte sich die Marktsituation und bot Aufträge für mehrere Pressen. Der Druck amtlicher Schriften in der Hofbuchdruckerei sorgte fortan für stabile Aufträge.

In der Anfangszeit des Buchdrucks trugen die Drucker häufig zugleich das verlegerische Risiko. Mitunter wurde auch der Handel von der Werkstatt aus erledigt, so dass eine heute gewohnte Trennung zwischen Druckerei, Verlag und Buchhandel nicht gegeben war. Im Begriff der Verlagsbuchhandlung wird eine solche Verbindung von Produktion und Handel noch bis in das 20. Jahrhundert fortgeführt. In diesem Sinn werden in der Ausstellung "Gedruckt in Dresden" Bücher und Graphiken aus Dresdner Druckereien und Verlagen gezeigt.

In den bibliothekarischen Datenbanken der SLUB sind nach heutigem Stand circa 60.000 verschiedene Drucke aus dem Druck- und Verlagsort Dresden bekannt. Aus dieser großen Anzahl wird eine Auswahl von 57 Büchern und 13 gedruckten Ansichten aus dem Bestand der SLUB gezeigt. Fünf Fotos unter der Überschrift "Stationen eines Buches" und vier Filme zum Thema Buchherstellung ergänzen die Schau. Die verschiedenen Themen geben einen Einblick in das breite Spektrum der Dresdner Druck- und Verlagsproduktion.

Am Beginn der Ausstellung stehen Schriften über die Entwicklung des Dresdner Buchdrucks. Akten aus dem Stadtarchiv Dresden belegen massive Eingriffe durch Zensur ganz verschiedener Behörden. In einer repräsentativen Auswahl sind Drucke aus der Anfangszeit des Buchdrucks im 16. Jahrhundert zu sehen. Bücher aus der Walther'schen Verlagsbuchhandlung sowie aus den Verlagen Arnold und Meinhold stehen stellvertretend für die Buchproduktion im 18. und 19. Jahrhundert. Drucke politischen Inhalts und belletristische Erstausgaben repräsentieren die Dresdner Verlagsproduktion des 20. Jahrhunderts. In thematischen Längsschnitten werden Notendrucke und Kinderbücher aus mehreren Jahrhunderten ausgestellt. Die gedruckten Ansichten der Landschaft an der Elbe zwischen Meißen und Tetschen aus Dresdner Ateliers und Verlagen entstanden im 19. Jahrhundert.