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Über das Leben und Wirken von Victor Klemperer - Lesung mit Schauspieler Lars Jung

Öffentliche Veranstaltungen Lesung
Di, 11.02.2020 19:00 Uhr - 20:30 Uhr, Zentralbibliothek, Zellescher Weg 18, Öffentlichkeitsarbeit

Er war ein Anatom der Sprache, seine Tagebücher machten ihn zum Zeitzeugen – am 11. Februar 2020 jährt sich zum 60. Mal der Todestag von Victor Klemperer. Die SLUB nimmt dieses Jubiläum zum Anlass und lädt zu einer Lesung unter dem Titel 

„Ich bin der einzige Jude in der Gemeinde Dresden Dölzschen, mindestens der einzige ‚prominente‘…“ 

mit dem Dresdner Schauspieler Lars Jung ein.

Klemperer musste nach 1933 als „Nichtarier“ seine Lehrtätigkeit an der Dresdner Technischen Hochschule aufgeben und wurde mit dem Benutzungsverbot der Sächsischen Landesbibliothek belegt. Seine Witwe Dr. Hadwig Klemperer übergab dieser Einrichtung 1977 seinen schriftlichen Nachlass. Beschreibt er in seiner 1947 erschienenen „LTI“ (Lingua Tertii Imperii = Sprache des Dritten Reiches) die Verformung der Sprache in der deutschen Diktatur, so schlägt die tägliche Rückschau über Jahrzehnte hinweg den Spannungsbogen vom normalen Alltag über die Angst vor Ausgrenzung, Verfolgung und Deportation in ein Vernichtungslager bis zum Neubeginn in der sowjetischen Besatzungszone bzw. in der DDR.

Lars Jung, in Dresden geboren und seit 1977 Mitglied des hiesigen Staatsschauspiels, ist seit langem mit literarischen Lesungen präsent, zu denen auch die Beschäftigung mit Victor Klemperer zählt.

Anlässlich der Lesung werden in zwei Vitrinen Teile aus dem Klemperer-Nachlass gezeigt.

 

©Sebastian Hoppe