Sie sind hier

  1. SLUB Dresden
  2. Service
  3. Veranstaltungen
  4. Details

Details

Herkunft und Ankunft. Transformationen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Öffentliche Veranstaltungen Vorträge / Präsentationen
Mo, 03.02.2020 18:00 Uhr - 20:00 Uhr, Zentralbibliothek, Zellescher Weg 18, Öffentlichkeitsarbeit
 
Autorinnen und Autoren 'mit einer Migrationsgeschichte' bringen ihre vielfältigen Geschichten erfolgreich in die deutsche Gegenwartsliteratur ein. Der Programmleiter Belletristik des C.H. Beck, Martin Hielscher, analysiert diese Entwicklung in der Oskar-Walzel-Vorlesung 2020 am 3. Februar um 19 Uhr.

Vom Ingeborg Bachmann-Preis 1991 für die ursprünglich aus der Türkei stammende Autorin Emine Sevgi Özdamar, über die Schweizer Buchpreise 2010 für Melinda Nadj Abonji und 2011 für Catalin Dorian Florescu, wiederum dem Bachmann-Preis für Sharon Dodua Otoo 2016, den Georg Büchner-Preis für Terézia Mora 2018 bis zum Deutschen Buchpreis für Saša Stanišić 2019: Die Gegenwartsliteratur deutscher Sprache hat sich spätestens seit den 1990er Jahren grundlegend gewandelt. Autorinnen und Autoren 'mit einer Migrationsgeschichte' bringen ihre vielfältigen Geschichten und Erzählstrategien in sie ein - überzeugend und sichtlich mit großem Erfolg. Professor Dr. Martin Hielscher, Programmleiter Belletristik beim renommierten Münchener Verlag C.H. Beck analysiert diese Entwicklung in der Oskar-Walzel-Vorlesung 2020, die am 3. Februar um 19 Uhr im Klemperer-Saal der SLUB stattfindet. 

Die 2019 mit einem Vortrag der österreichischen Literaturwissenschaftlerin Wiebke Sievers zu "Über Flucht schreiben: der Sommer der Migration 2015 in der österreichischen Literatur" wieder begründete Vorlesungsreihe erinnert an den Germanisten Oskar Walzel (1864-1944). Ab 1907 lehrte er - nach zehnjähriger Tätigkeit in Bern - als Professor für Literatur- und Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Dresden, der Vorgängereinrichtung der heutigen TU. 1921 wechselte er an die Universität Bonn und musste aufgrund des jüdischen Glaubens seiner Frau Hedwig 1936 seine Lehrtätigkeit aufgeben. Im Dezember 1944 kam er bei einem Luftangriff auf die Stadt ums Leben. Seine Frau wurde im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet.

Die Veranstaltung wird durchgeführt in Kooperation mit dem Verein Bildung und Gesellschaft e. V. 

 

Der Referent

Martin Hielscher, geboren 1957, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Hamburg. 1987 wurde mit einer Arbeit über "Zitierte Moderne. Poetische Erfahrung und Reflexion in Wolfgang Koeppens Nachkriegsromanen und in Jugend" promoviert. Er arbeitete als Autor, Redakteur, Übersetzer, Dozent  und Lektor bei verschiedenen Verlagen, seit 2001 ist er Programmleiter für Belletristik beim Verlag C.H. Beck in München. Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg ernannte ihn 2007 zum Honorarprofessor.