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Als die Bilder sprechen lernten (4):  Die Drei-Groschen-Oper, 1930/31

Öffentliche Veranstaltungen Film
Mi, 08.01.2020 19:00 Uhr - 21:00 Uhr, Zentralbibliothek, Zellescher Weg 18, Öffentlichkeitsarbeit

Drei-Groschen-Oper

(Deutschland/USA, 1931, Regie: Georg Wilhelm Pabst)

Georg Wilhelm Pabst, einer der bedeutendsten Regisseure der Stummfilmära, inszenierte mit Brechts »Dreigroschenoper« ein frühes Meisterwerk des Tonfilms. Im Februar 1931 in Berlin uraufgeführt, lief die »3-Groschen-Oper« am 17.3.1931 im Dresdner Kapitol in der Prager Straße an. 

Der Film war in aller Munde und das nicht nur, weil er sich rasend schnell zu einem regelrechten Kassenschlager entwickelte, sondern auch, weil sein geistiger Urheber, Berthold Brecht, mit einer Klage gegen die Filmgesellschaft vorging und sich inhaltlich klar von der entstandenen abenteuerlich-romantischen Gangstergeschichte distanzierte. Seine Klage scheiterte. Pabsts Kinofassung des Brecht'schen Theaterstückes wurde zum Erfolg.

Das Kino ist seit seiner Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts ein Kennzeichen von Urbanität. Die ersten Filmvorführungen fanden in den Großstädten Paris und Berlin statt, mobile Schausteller suchten mit ihren Wanderkinematographen die städtischen Vergnügungsmärkte auf, und die frühen ortsfesten Kinos entstanden in Metropolen.

Wie kein Medium zuvor zog das Lichtspieltheater alle Bevölkerungsschichten in seinen Bann und führte bereits seit etwa 1910 zu einer großen Filmvielfalt. Auch der Ort der Vorführung selbst, das Kino, zeigte sich facettenreich – vom Zeltbau über das Ladenkino bis hin zum Kinopalast. Mit dem Projekt »1918 als Achsenjahr der Massenkultur. Kino, Filmindustrie und Filmkunstdiskurse«, das vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Forschungsprogramms »1918 – Chiffre für Umbruch und Aufbruch« gefördert wird, wird das Dresdner Kino zum Forschungsgegenstand. Erste Arbeitsergebnisse sind nun die Basis dieser von ISGV und SLUB gemeinsam veranstalteten Filmreihe. Filmhistorisch steht der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm im Zentrum. Gezeigt werden ausschließlich Filme, die in den 1920er und frühen 1930er Jahren in einem der zahlreichen Lichtspieltheater der Kinostadt Dresden liefen. Am Beginn jeder Veranstaltung wird deshalb jeweils exemplarisch ein Dresdner Kino dieser Zeit vorgestellt.