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Als die Bilder sprechen lernten (2): Nanuk, Stummfilm, 1922

Film
Mi, 06.11.2019 19:00 Uhr - 21:00 Uhr, Zentralbibliothek, Zellescher Weg 18, Öffentlichkeitsarbeit

Nanuk, der Eskimo

(USA 1922, 78 min, Regie: Robert J. Flaherty)

»Nanook of the North« – so der Originaltitel – gilt als einer der
bedeutendsten ethnologischen Dokumentarfilme der Stummfilmära,
der die Alltagswelt der Inuit authentisch darzustellen vorgab,
tatsächlich aber auch inszenierte; die Familie von Nanuk war im
richtigen Leben nicht seine eigene, ihr Iglu wurde speziell für den
Film gebaut und ihre Kleidung wurde von einer Pelzmantelfirma
gesponsert. Der international erfolgreiche Film wurde 1922 im
Dresdner Ausstellungspalast in der Stübelallee gezeigt. Die Filmvorführung
in der SLUB ist zugleich Auftaktveranstaltung für die
am 7. und 8.11.2019 in den Technischen Sammlungen Dresden
stattfindende Tagung »Urbane Kinokultur Das Lichtspieltheater in
der Großstadt zwischen 1895 und 1949«.

Das Kino ist seit seiner Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts ein
Kennzeichen von Urbanität. Die ersten Filmvorführungen fanden in
den Großstädten Paris und Berlin statt, mobile Schausteller suchten
mit ihren Wanderkinematographen die städtischen Vergnügungsmärkte
auf, und die frühen ortsfesten Kinos entstanden in Metropolen.
Wie kein Medium zuvor zog das Lichtspieltheater alle
Bevölkerungsschichten in seinen Bann und führte bereits seit etwa
1910 zu einer großen Filmvielfalt. Auch der Ort der Vorführung
selbst, das Kino, zeigte sich facettenreich – vom Zeltbau über das
Ladenkino bis hin zum Kinopalast. Mit dem Projekt »1918 als
Achsenjahr der Massenkultur. Kino, Filmindustrie und Filmkunstdiskurse
«, das vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft
und Kunst im Rahmen des Forschungsprogramms »1918 – Chiffre
für Umbruch und Aufbruch« gefördert wird, wird das Dresdner
Kino zum Forschungsgegenstand. Erste Arbeitsergebnisse sind nun
die Basis dieser von ISGV und SLUB gemeinsam veranstalteten
Filmreihe. Filmhistorisch steht der Übergang vom Stumm- zum
Tonfilm im Zentrum. Gezeigt werden ausschließlich Filme, die in
den 1920er und frühen 1930er Jahren in einem der zahlreichen
Lichtspieltheater der Kinostadt Dresden liefen. Am Beginn jeder
Veranstaltung wird deshalb jeweils exemplarisch ein Dresdner
Kino dieser Zeit vorgestellt.


Die Veranstaltungen finden jeweils am ersten Mittwoch
des Monats statt (Ausnahme: Januar 2020).
Veranstaltungsbeginn jeweils 19:00 Uhr.
Der Eintritt ist frei.