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Schreibwerkstatt "Heimat.Heute" mit Kurt Drawert

Heimat: ein schillernder Begriff voller Sehnsucht, aber auch politischer Macht. Was bedeutet es heute, von Heimat zu sprechen? Ist Heimat ein Ort oder eine Sprache, ein kollektives Gefühl, Utopie oder Verwerfung? Schließt Heimat ein geeintes Europa und eine offene Welt ein? Die Frage, was Heimat ausmacht, beschäftigt Philosophen, Künstler, Politiker, Schriftsteller, aber auch Bürgerinnen und Bürger immer wieder aufs Neue.

Unter dem Motto "Neue Heimat Dresden 2025" bewirbt sich die sächsische Landeshauptstadt um den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025". Im Rahmen dieser Bewerbung veranstaltet die SLUB gemeinsam mit dem Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 eine literarische Schreibwerkstatt. Das Ziel: Nachwuchsautorinnen und -autoren unterstützen. Das Thema: Heimat.Heute.

Unter der Leitung von Schriftsteller Kurt Drawert und Julia Meyer (SLUB) bilden kreative Schreibübungen zum Thema Heimat.Heute einen Teil der Workshops. Darüber hinaus arbeiten die Autorinnen und Autoren themenübergreifend an ihren eigenen Schreibprojekten und entwickeln diese unter der fachlichen Anleitung weiter, bestenfalls bis zur Publikationsreife. Die entstehenden Werke – Essay, Prosa oder Lyrik – werden intermedial veröffentlicht und in einer Abschlusslesung präsentiert. Geplant ist außerdem eine Anthologie mit den besten Beiträgen zum Thema.

Kurt Drawert

Kurt Drawert, geboren 1956 im brandenburgischen Hennigsdorf, ist  Autor von Lyrik, Prosa, Dramatik und Essays und unter anderem Lessingpreisträger des Freistaates Sachsen und Dresdner Stadtschreiber. Die Schreibwerkstatt leitet er gemeinsam mit Julia Meyer (SLUB). Drawert lebt und arbeitet in Darmstadt.

Autor*Innenportraits

Angela Regius

Angela Regius lebt und arbeitet in Darmstadt. In ihrem Beruf als Projektmanagerin beschäftigt sie sich mit Digitalisierung, privat schreibt sie vor allem Kurztexte. Neben der Schreibwerkstatt heimat.heute ist sie seit 2017 Teilnehmerin der Darmstädter Textwerkstatt. 

Heimat ist ein Begriff, der ganz unterschiedlich definiert werden kann, ist Projektionsfläche und gleichzeitig hart umkämpft. Was bedeutet Heimat für mich? Dieser Frage will sie sich in der Schreibwerkstatt heimat.heute literarisch annähern.

Christian Engel

Christian Engel, geboren am 27. Dezember 1989 in Offenbach am Main, studierte Politikwissenschaft und Soziologie in Frankfurt am Main und Brighton. Er veröffentlichte journalistische Beiträge u.a. für FAZ, rbb Inforadio und Spiegel Online und literarische Texte in Anthologien wie „Nagelprobe“ und „Open Writing“.

Ausgezeichnet wurde er mit dem Hauptpreis des Hessisch-Thüringischen-Literaturforums. Seit 2015 arbeitet er als Redakteur in Berlin.

An „Heimat“ hat Christian Engel ein persönliches Interesse: Seine Frau ist Chinesin, sein bester Freund ein indischer Sikh. Er möchte besser verstehen, was der Begriff in einer globalisierten und digital beschleunigten Welt noch bedeuten kann – und freut sich, das in einer so schönen deutschen Stadt wie Dresden tun zu können. 

„Heimat ist eine Bewegung: hin und zurück. Denn um mein Zuhause zu begreifen, muss ich fortgegangen sein. Heimat ist also kein Ort, sondern eine Reproduktion – heutzutage in einer Welt, die sich sekündlich beschleunigt. Weil ich diesen Vorgang schreibend besser verstehen möchte, habe ich mich für die Dresdner Schreibwerkstatt beworben.“

Katharina Kaps

Katharina Kaps, am Tag der Befreiung 1980 im Dreibuchstabenland geboren, lebt heute in Berlin. Studium der Philosophie, Soziologie und Gender Studies in Oldenburg, Bremen und Tours; Lehramtsstudium in Berlin.
Veröffentlichungen in Anthologien (MATRIX 28. Atmendes Alphabet für Friederike Mayröcker, Re-Covered Onetti) und Zeitschriften (Narr. Das narrativistische Literaturmagazin).

Martine Lombard

Martine Lombard ist gebürtige Dresdnerin und fühlt sich von der Stadt geprägt und mit ihr verbunden. 1986 brach sie ihr an der Humboldt-Universität (Ost-)Berlin begonnenes Studium der Anglistik und Romanistik ab, um nach Paris zu gehen, wo sie Fremdsprachen, Germanistik und Konferenzdolmetschen / Übersetzen studierte. Nach einem längeren Aufenthalt in Brüssel lebt sie heute mit ihrer Familie in Dresdens Partnerstadt Straßburg. Sie veröffentlicht in Zeitschriften, Anthologien, auf Apps und Webportalen.

 

Aufgrund ihres Werdegangs ist das Thema Heimat ein Grundmotiv ihres Schreibens. Ihr 2019 im Mitteldeutschen Verlag Halle erschienenes Romandebüt Wir schenken uns nichts thematisiert Fragen wie persönliche Zerrissenheit, Herkunft und Verwurzelung.

Für ihren Roman wurde sie durch eine Aide à la création der französischen Region Grand Est gefördert Derzeit ist sie Merck-Stipendiatin der Darmstädter Textwerkstatt unter Kurt Drawert, Zentrum für junge Literatur, Darmstadt.

Krisha Kops

Mit Wurzeln, die von Indien über Kroatien, Slowenien, Italien und Polen bis nach Deutschland ranken, war die Frage nach Heimat schon immer auf die eine oder andere Weise in meinem Leben präsent.

Nachdem ich den Begriff für mich durch das Philosophie- und Journalismusstudium in England weiter ausdehnte, beschäftige ich mich bis heute in meinen Schriften überwiegend mit dieser Thematik. Aber nicht nur journalistisch, sondern auch in meiner Dissertation (über die interkulturelle Rezeptionsgeschichte der Bhagavad Gita) und meinen kreativen Texten. Daher bin ich mir uneins darüber, ob ich die Ausschreibung für die Schreibwerkstatt Heimat.Heute gefunden hatte oder sie eher mich. Das Romanprojekt, mit dem ich mich schließlich bewarb und an dem ich derzeit arbeite, setzt sich mit eben dieser Frage auseinander: der Frage nach der Heimat – oder vielleicht auch eher nach deren immerwährenden Abwesenheit.

Sigune Schnabel

Sigune Schnabel, geb. 1981 in Filderstadt, Diplomstudium Literaturübersetzen in Düsseldorf. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften, z. B. Die RampeKrautgartenWortschau und mosaik.

Zu Dresden habe ich eine familiäre Beziehung, war aber selbst noch nie dort. Meine Familie mütterlicherseits kommt aus Löbau, also aus der unmittelbaren Umgebung. Das Elternhaus meiner Großmutter, Haus Schminke von Hans Scharoun, ist heute ein Museum. Nach dem Krieg hat meine Großmutter in Dresden eine Bildhauerlehre gemacht. Lange Zeit gab es zwei Figuren von ihr noch zu besichtigen, eine davon im Dresdner Zwinger. Diese Figuren wollte ich schon immer einmal anschauen. Jetzt bin ich wohl zu spät gekommen. Dennoch reizt mich das Thema “Heimat” vor diesem Hintergrund ganz besonders im Zusammenhang mit der Stadt.

David Blum

David Blum, geboren 1983 in Potsdam,
Studium der Germanistik, Komparatistik und Medienwissenschaft in Potsdam und Leipzig, seit 2015 Masterstudium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.


Ausgezeichnet u. a. mit dem Literaturpreis Prenzlauer Berg sowie dem Kurzgeschichtenpreis des Deutschen Fußballmuseums. Schreibt auch Reiseführer (Reise Know-How) und Gebrauchstexte (Zweitausendeins). Lebt mit seiner Familie in Leipzig.

Silke Peters

Mein Name ist Silke Peters, ich bin 1967 in Rostock geboren. Ich lebe seit einigen Jahren in Stralsund und veröffentliche seit einigen Jahren regelmäßig literarische Texte. Manchmal dümpelt die Textproduktion so vor sich hin, der Verlag macht schlapp, die Provinz geht mir auf die Nerven. In so einem Moment bewarb ich mich bei der Textwerkstatt mit Kurt Drawert in Dresden. Ich wünsche mir Austausch, Öffentlichkeit, Ortsveränderung.

Das Nachdenken über das Heimat-Wort finde ich herausfordernd für meine Texte. Ich forsche nach Dresdener Familienmitgliedern, nach der Erika Schreibmaschine. Die Großtante Lucia Naumann ist Fischhändlerin in Dresden. Das alles landet im Text.

Jill-Francis Käthlitz

Das Themenfeld Heimat interessiert mich besonders, weil ich in zwei „Heimat-Sprachen“ bzw. „Sprach-Heimaten“ – dem Deutschen und dem Niedersorbsichen – verwurzelt bin.

In Cottbus (Chóśebuz) geboren und aufgewachsen, erlernte ich die Sprache meiner Vorfahren als erste Fremdsprache, fand großen Gefallen an ihr und sehe sie längst als essentiellen Teil meiner Identität, der, spätestens seit ich 17 bin, lautstark nach künstlerisch-literarischem Ausdruck schreit. Mein Interesse an der niedersorbischen Sprache und Kultur bewog mich überdies, ein Bachelor-Studium der Sorabistik an der Universität Leipzig zu absolvieren. Später studierte ich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in einem Zwei-Fach-Master-Programm Allgemeine und vergleichende Literaturwisschaft sowie Interdisziplinäre Polenstudien. Inzwischen bin ich Redakteurin bei der niedersorbischen Wochenzeitschrift Nowy Casnik.

Gorch Maltzen

Gorch Maltzen wurde 1987 in Heide in Schleswig-Holstein geboren. Er lebt in
Weimar und ist Mitorganisator der Lesereihe In guter Nachbarschaft in Thüringen.

Im Jahr 2018 debütierte er in der Edition Muschelkalk mit dem Band Sträuben. Seine literarischen Arbeiten wurden zudem in einer Vielzahl von Literaturzeitschriften publiziert, u.a. in Am Erker, Bella triste, tau, Metamorphosen, Narr, oda - Ort der Augen und Palmbaum.

Er war Stipendiat des 22. Klagenfurter Literaturkurses 2018 und ist Preisträger des Jurypreises des Eobanus-Hessus-Literaturwettbewerbs 2015.

Amanda Lasker-Berlin

Amanda Lasker-Berlin wurde 1994 in Essen geboren. Sie studierte Medienkunst und Freie Kunst in Weimar, bevor sie das Regiestudium in Ludwigsburg aufnahm. Ihr Texte sind mehrfach ausgezeichnet worden. Unter anderem mit dem Jurypreis des Münchener Kurzgeschichtenwettbewerbs 2016, dem Thop Nachwuchsdramatiker*innenpreises 2018 und dem 3. Preis beim Osnabrücker Dramatiker Wettbewerbs 2019. Ihr erster Roman Elijas Lied erscheint im Frühjahr 2020 in der Frankfurter Verlagsanstalt.

Aus wie vielen Perspektiven Heimat sich zusammensetzen kann, will Amanda in der Werkstatt untersuchen.

Weitere teilnehmende Autor*Innen der Schreibwerkstatt

  • David Jokschat
  • Laura Rogalski