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Stammbücher

Stammbücher, die Vorgänger der modernen Poesie-Alben, kamen in der Mitte des 16. Jahrhunderts im studentischen Milieu auf und verbreiteten sich später in Adelskreisen und im Bildungsbürgertum. Der umfangreiche Stammbuchbestand der SLUB umfasst aktuell über 400 Stücke mit Entstehungszeiten zwischen dem 16. und dem 20. Jh. Die vielfältigen Facetten der Stammbuchkultur sind darin in inhaltlicher, formaler und soziologischer Art breit vertreten. Somit kommt dem Dresdner Bestand ein ausgesprochen repräsentativer Charakter zu.

Geffcken, Friedrich Heinrich: Stammbucheintrag für Alexandra von Gerbel-Embach (SLUB Mscr.Dresd.App.1415,Bl.1)

Aus der beachtlichen Zahl singulärer Spitzenstücke sind jene mit Eintragungen, Illustrationen und Beigaben bedeutender Persönlichkeiten hervorzuheben (u. a. Carl Gustav Carus, Joseph v. Eichendorff, August Hermann Francke, Johann Wolfgang Goethe, Anton Graff, Friedrich Kind, Gottfried Wilhelm Leibniz, Philipp Melanchthon, Novalis, Martin Opitz, Heinrich Schütz, Philipp Jacob Spener, Friedrich Wieck).

Eines der kostbarsten Stücke ist das Stammbuch des  thüringischen Adligen Conrad Ernst von Berlepsch auf Thamsbrück und Großengottern (1588-1659). Das querformatige Buch ist in Schlangenleder gebunden, mit rund 140 Malereien und Zeichnungen ausgestattet und enthält unter anderem einen Eintrag des Dresdner Hofkapellmeisters Heinrich Schütz (1585-1672), der als Begründer der deutschen Oper gilt (Mscr.Dresd.App.2547).

Das sogenannte „Sächsische Stammbuch“ ist eine genealogische Sammlung von 334 Bildnissen sächsischer Herrscher und ihrer Angehörigen von der Zeit Alexanders des Großen bis zur Mitte des 16. Jh.s  mit Wappen und gereimten Versen. Der Grundstock der Handschrift wurde um 1497/1498 angefertigt. 1532 und 1546 kamen Ergänzungen hinzu. Die Bilder der zweiten Ergänzung lassen den Einfluss des kursächsischen Hofmalers Lucas Cranach des Älteren (1472-1553) erkennen (Mscr.Dresd.R.3)

Digitalisierte Stammbücher

Verzeichnung

In der Kalliope-Verbunddatenbank sind sämtliche Stammbücher im Bestand der SLUB verzeichnet. Auskünfte werden auf Anfrage gerne erteilt.

Im internationalen Stammbuchverzeichnis Repertorium Alborum Amicorum (RAA) sind ein Großteil der Stammbücher aus dem Bestand der SLUB ebenfalls nachgewiesen.

Literatur

Perk Loesch: Der Freundschaft Denkmal : Stammbücher und Poesiealben aus fünf Jahrhunderten im Bestand der SLUB Dresden, 2003.