Sie sind hier

  1. SLUB Dresden
  2. Sammlungen
  3. Nachlässe

Nachlässe

Das Sammeln von Nachlässen hat in Dresden bereits eine lange Tradition und die ersten Familienarchive gelangten bereits im 17. Jahrhundert in die Bibliothek. In der Handschriftensammlung werden aktuell rund 500 Nachlässe von Künstlern, Literaten, Wissenschaftlern und Musikern bewahrt, erschlossen und der Forschung zugänglich gemacht. Den ersten für die Geisteswissenschaft bedeutenden Nachlass des Altphilologen Karl August Böttiger (1760–1835), der als Chronist der Goethezeit und bedeutende Persönlichkeit dieser Zeit wirkte, konnte die Königliche Bibliothek Dresden bereits 1854 erwerben und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Seit 1873 besitzt die Bibliothek auch den größten Teil des schriftlichen Nachlasses des Kritikers und Übersetzers August Wilhelm von Schlegel (1767–1845), der zusammen mit seinem Bruder, dem Philosophen und Schriftsteller Friedrich Schlegel, dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte oder Schriftstellern Ludwig Tieck und Novals die romantische Schule prägte.

Neben diesen Nachlässen finden sich im Bestand der SLUB so bedeutende wie die des Philosophen Karl Christian Friedrich Krause (1781–1832), dem Namensgeber des so genannten Krausismo, der im Spanien des 19. Jahrhunderts Bedeutung erlangte, oder der Nachlass des Romanisten Victor Klemperer (1881–1960), der als einer der wichtigsten Chronisten des Alltags eines jüdischen Intellektuellen im Deutschland des 20. Jahrhunderts zählt. Zu den neuesten Erwerbungen zählt der Nachlass des Journalisten und Gastronomiekritikers Wolfram Siebeck (1928-2016), der 2018 mit Hilfe der Technischen Universität Dresden in den Nachlassbestand aufgenommen werden konnte.

Von den gegenwärtig etwa 370.000 Autographen im Bestand der SLUB befindet sich der weitaus größte Teil in den schriftlichen Nachlässen. Traditionell werden Nachlässe erworben, wenn Urheber und/oder Inhalt des Objekts historisch und wissenschaftlich relevant für das kulturelle Gedächtnis Sachsens anzusehen sind. Erwerbungs-, Erschließungs- und Digitalisierungskonzepte antizipieren gegenwärtige und zukünftige Forschungsfragen.

Diese Nachlässe gehören je nach ihrer Medienspezifik zu den Beständen der Handschriftensammlung, der Musikabteilung, der Deutschen Fotothek und der Stenografischen Sammlung.