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Biografisches zu Rudolf Kroll

Als jüngstes Kind des Malers und Amateurfotografen Wilhelm Kroll und seiner Ehefrau Anna wurde Rudolf Kroll am 23.03.1895 in Glauchau in eine gutbürgerliche, künstlerisch ambitionierte Familie hineingeboren, die ihm viele kreative Möglichkeiten eröffnete.

Nach dem Abgang vom Gymnasium am 25.03.1911 nahm er ein halbes Jahr lang Unterricht beim Porträtmaler Karl Hänsel in Dresden. Danach wechselte er zur Königlichen Kunstgewerbeschule Dresden, wo er die Fächer Malerei, Mythologie und Kunstgeschichte belegte. Später erweiterte er seine Studien um das Hauptfach Anatomie mit dem erklärten Ziel, Kunstmaler zu werden. In dieser Zeit wurde er Mitglied der Studentenvereinigung "Eratonen" in Dresden. Außerdem war Rudolf Kroll - wie schon sein Vater - Freimaurer.

Im April 1915 brach er das Studium ab und wurde als "Einjährig-Freiwilliger" zum Militärdienst eingezogen. Seit dem 23.05.1916 diente er als Funker im 22. Türkischen Armeekorps.

Am 17.05.1917 wurde er in Tel Scheria mit dem Türkischen Silbernen Halbmond ausgezeichnet.

Nach der Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg arbeitete Rudolf Kroll als Dekorationsmaler. Er gestaltete Faschingsdekorationen und übernahm die Einrichtung von Wohnungen, wobei er auch Gardinen- und Möbelstoffe sowie Lampenkäufe vermittelte. Die Näharbeiten übernahm seine Frau Elisabeth, die er am 13.10.1921 in Glauchau geheiratet hatte und die ausgebildete Näherin war.

Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Joachim Kroll (1923 - 2003) war Zimmermann, Bauingenieur und Stadtbaurat. Sein Bruder Dieter (*1929) ist Diplomingenieur und war Hauptrat der Deutschen Post der DDR.

Am 01.09.1939 wurde Rudolf Kroll zum Militärdienst eingezogen und nahm im 2. Weltkrieg an den Feldzügen in Polen, Belgien, Frankreich und Rußland teil. Am 03.07.1945 in Eberberg bei München aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen, war er noch im selben Jahr in Glauchau Mitbegründer des Kreistheaters. Hier ist er bis zum 28.05.1947 als Bühnenbildner tätig gewesen. Zu dieser Zeit spielten am Kreistheater Glauchau so bekannte Schauspieler wie Erich Ponto, Peter Herden, Horst-Hans Jochmann oder Willy A. Kleinau.

Von 1965 bis 1971 entwarf er als Innenarchitekt Umbaumaßnahmen für die Schalterräume mehrerer Banken und leitete diese Arbeiten auch als Bauleiter.

Er war Mitglied des Verbandes Bildender Künstler und leitete in den 1960er Jahren einen Malzirkel für interessierte Kumpel in Oelsnitz/Erzgebirge.

Als er von der Staatssicherheit der DDR angeworben werden sollte, hat er die "Werber" selbst in einem Akt von bewundernswerter Zivilcourage bei der Polizei angezeigt, wie nach Auskunft seines Sohnes Dieter in seiner Stasi-Akte nachzulesen ist.

Rudolf Kroll ist am 01.01.1972 in Glauchau gestorben.