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Erich Höhne

Erich Höhne mit Kleinbild- bzw. Mittelformatkamera Praktina FX und PRAKTISIX. Aufnahme: Dora Höhne, um 1970. SLUB/DF 272250.Der am 8. März 1912 im Dresdner Hechtviertel als Sohn des Eisenformers und langjährigen SPD-Funktionärs Ernst Max Höhne und der Kartonagearbeiterin Anna Höhne geborene Erich Höhne besucht 1918-1926 die Volksschule in Dresden. Bereits als Kind fotografiert er mit einer selbstgebauten Kamera. 1924 tritt er der Arbeitersportbewegung bei und wird Jugendleiter.

1926-1930 absolviert Höhne eine Ausbildung zum Feinmechaniker bei den Zeiss-Ikon-Werken in Dresden, wo er bis 1945 als Feinmechaniker, Technischer Laborant und Laboringenieur tätig ist. 1939 entgeht er der Einberufung zur Wehrmacht, da er u.k. (unabkömmlich) gestellt ist, um Kameras in Jagdflieger einzubauen.

Seit 1931 ist Erich Höhne Mitglied der "Arbeiterphotogilde" in Dresden und Freital, wo er seinen späteren Partner Erich Pohl sowie Richard Peter sen. kennenlernt.

1941 heiratet er Dora Rose, seine spätere Mitarbeiterin.

Am 23. und 24. November 1942 filmt Höhne im Auftrag der Betriebsleitung die Zusammenlegung dreihundert jüdischer Männer, Frauen und Kinder aus der Sporergasse in das Lager am Hellerberg, wo sie die wenigen Monate bis zu ihrer Deportation nach Auschwitz zur Arbeit für Zeiss-Ikon gezwungen werden. Eine Kopie des Films befindet sich im Filmarchiv des Bundesarchivs in Berlin.

Nach der Kapitulation erhält Erich Höhne eine Fotografiererlaubnis; mit einer Contax-Kleinbildkamera entsteht im Auftrag der sächsischen Landesregierung die Bildserie über Dresdner Umsiedlerlager.

Zwischen 1945 und 1968 arbeitet er als freiberuflicher Fotojournalist in Dresden, gründet mit Erich Pohl den "Dresdner Bilderdienst", dokumentiert insbesondere den Wiederaufbau Dresdens im Auftrag der sächsischen Landesregierung, des Dresdner Nachrichtenamts, für die "Sächsische Zeitung" (vor 1946 "Sächsische Volkszeitung" der KPD und "Volksstimme" der SPD) und die "Tägliche Rundschau" sowie für Zentralbild Berlin (Zentrale Bildstelle GmbH, Jägerstr. 64). Er wohnt in der Hechtstr. 42b, der im Telefonbuch genannte Telefonanschluß ist die Nummer des Bilderdienstes Prießnitzstr. 71.

Seit 1946 Mitglied des Verbandes der Journalisten, ist Höhne langjähriger Sektionsvorsitzender der Bildjournalisten und Gründungsmitglied der Bezirkskommission Fotografie des Kulturbundes. Der Amateurfotograf erweitert seine Kenntnisse durch den Besuch eines Meisterkurses des Fotografenhandwerks und vermittelt sie als Leiter von Fotozirkeln weiter.

Nach dem Tod seines Partners Erich Pohl 1968 betreibt er den Bilderdienst mit seiner Frau. In den 80er Jahren beginnt er, sich aus dem Journalistengeschäft zurückzuziehen. 1992 erfolgt die Erwerbung des Pressearchivs Höhne/Pohl durch die Deutsche Fotothek.

Erich Höhne stirbt am 17. Januar 1999 in Dresden und wird auf dem Heidefriedhof in Dresden-Trachau begraben.

Bis 1940 publiziert Erich Höhne Idyllen und Heimatbilder - sein Vorkriegsschaffen ging bei der Zerstörung Dresdens verloren - nach 1945 erscheinen bekannte Bildbände, meist Dokumentarbücher über Geschichte oder Politiker. Neben Peter sen. zählt Höhne zu den wichtigsten Dokumentaristen des zerstörten Dresden. Er erhielt mehrere DDR-Medaillen und Auszeichnungen des In- und Auslandes, u.a. die Ehrennadel für Fotografie in Silber und den Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden.