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Edwin Bauer

Edwin Bauer mit Fahrrad. Aufnahme: P. Gliese, 1896. SLUB/DF 752153.


Edwin Bauer mit Fahrrad. Aufnahme: P. Gliese, 1896. SLUB/DF 752153.

Ende 1993 bot die in Radebeul lebende Enkelin Edwin Bauers der Deutschen Fotothek den fotografischen Nachlass ihres Großvaters an. Es handelte sich dabei um 730 Glasnegative (9x12). Aus dem Rahmen fällt ein einzelnes Glasnegativ im Format 10x15, das den Dorfkern von Altkötzschenbroda zeigt.

In seiner 1895 gegründeten Firma produzierte und vertrieb Edwin Bauer auch Ansichts- und Glückwunschkarten. Er fotografierte Orte, Kirchen, Gasthöfe und Fabrikgebäude in Sachsen und Schlesien - häufig nach Vorgaben von Auftraggebern. Meistens war er dabei mit dem Fahrrad unterwegs. Die Aufnahmen, die dann bei der Herstellung von Postkarten Verwendung fanden, entstanden in der Zeit zwischen 1900 und 1914. Bauer war kein brillianter Fotograf, so dass sich gelegentlich angeschnittene Motive (z. B. Kirchtürme) finden, doch überwiegt der dokumentarische Gesamtwert der Aufnahmen diesen Makel.

Nach dem 1. Weltkrieg gab Edwin Bauer das Fotografieren auf, weil die Kartenproduktion für ihn kein einträgliches Geschäft mehr war. Auch der Kunstverlag Brück & Sohn in Meißen, der seit 1887 Ansichtskarten herausgab, und dessen Negativbestand sich heute ebenfalls in der Deutschen Fotothek befindet, war eine zu große Konkurrenz geworden. Seine Fotoausrüstung hat Edwin Bauer um 1960 an ein Heimatmuseum gegeben. Die Vermutung seiner Familie, dass es das in Seifhennersdorf in der Oberlausitz gewesen sein könnte, wurde bisher nicht bestätigt.

Bisher sind ca. 330 Aufnahmen im konventionell erschlossenen Bestand recherchierbar, 161 sind in der Bilddatenbank der Fotothek erfaßt. In den kommenden Monaten sollen die Aufnahmen aus dem Nachlass Bauer vollständig in der Datenbank nachgewiesen werden.

Die 130 Bilder, die hier präsentiert werden, zeigen einen Querschnitt der Aufnahmetätigkeit Edwin Bauers.

Christa Bach

© SLUB/Deutsche Fotothek, März 2006