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Indikatoren

Als Basis-Kennzahlen für bibliometrische Analysen dienen die Anzahl der Publikationen zur Messung der Produktivität sowie die Anzahl der Zitationen zur Messung der Wirkung oder der Resonanz in der Fachwelt. Daraus kann die Zitationsrate ermittelt werden. Diese gibt die durchschnittliche Anzahl von Zitationen der betrachteten Artikel an. Die ermittelten Werte sind abhängig von der jeweils verwendeten Datenbasis.

Aus den Basis-Kennzahlen lassen sich verschiedene Indikatoren ableiten. Unterschieden werden können zum Beispiel zeitschriftenbezogene, autorenbezogene und artikelbezogene Indikatoren. Welche Indikatoren sich für eine konkrete Anwendung eignen, ist abhängig von der zu untersuchenden Aufgabenstellung. Normierungen und Standardisierungen sind in jedem Fall notwendig, um Verzerrungen der Aussage zu vermeiden.

Zeitschriftenbezogene Indikatorennach oben

Zeitschriftenspezifische Indikatoren geben Auskunft über die Bedeutung von Zeitschriften in der Fachwelt. Sie können beispielsweise Unterstützung bieten bei der Auswahl einer Zeitschrift für die eigene Publikation.  

Zu den bekanntesten Indikatoren gehört der Journal Impact Factor (JIF). Er sagt aus, wie häufig die Artikel einer Zeitschrift im Durchschnitt zitiert werden. Berechnungsgrundlage bildet die Web of Science Core Collection.

Wesentlichen Einfluss auf den jeweiligen JIF Wert haben die unterschiedlichen Zitiergewohnheiten in den Fachgebieten. Für einen fachübergreifenden Vergleich eignen sich daher nur die Quartilzuordnungen, nicht aber die absoluten Zahlenwerte.

Autorenbezogene Indikatorennach oben

Autorenspezifische Indikatoren wurden entwickelt, um die Wirkung des Publikationsoutputs einzelner Wissenschaftler in der Fachwelt miteinander vergleichen zu können.

Der bekannteste autorenbezogene Indikator ist der h-Index. Er wird nach dem Entwickler Jorge E. Hirsch auch Hirsch-Faktor genannt und entspricht einer Anzahl n Publikationen eines Autors mit n oder mehr Zitationen.

Ursprünglich als Faktor für den Vergleich von Autoren und Alternative zum zeitschriftenbezogenen Impact Factor entwickelt, kann ein h-Index aber auch für Zeitschriften oder Fachkategorien ermittelt werden.

Ein h-Index kann über Auswertungen der Zitationsdatenbanken Web of Science Core Collection und Scopus sowie über zusätzliche Analysetools aus Google Scholar ermittelt werden. Je nach verwendeter Datenquelle können sich die Werte unterscheiden. Die Quelle sollte daher immer mit genannt werden.

Artikelbezogene Indikatorennach oben

Mit der ständig wachsenden Zahl von elektronischen Publikationen entwickeln sich auch zunehmend neue Metriken auf der Basis von Nutzungskennzahlen als wichtiges Bewertungskriterium. Sie werden häufig als alternative Metriken, Altmetrics oder Article Level Metrics (ALM) bezeichnet. Erfasst werden artikelbezogene Metriken, beispielsweise Downloads, Views, die Diskussion wissenschaftlicher Publikationen in sozialen Netzwerken sowie die Referenzierung in Literaturverwaltungsplattformen.

Im Unterschied zu den klassischen zitationsbasierten Metriken spiegeln Nutzungsstatistiken die aktuelle wissenschaftliche Bedeutung eines digitalen Dokuments in der Fachwelt wider.