Schriftenreihe Kulinarische Ästhetik

Im transcript Verlag erscheint seit 2025 die Reihe "Kulinarische Ästhetik". Sie vereint Studien zur Geschichte und Kultur des Kochens, Essens und Trinkens und thematisiert die Geschichte und Kultur der Kulinarik als ästhetische Praxis.

Ästhetische Vollzüge lassen sich auf allen Ebenen des Herstellungs- und Degustationsprozesses von Essen und Trinken feststellen. Das Gesamtkunstwerk Essen bezieht alle Sinne ein und folgt kunstimmanenten Logiken. Zugleich stehen Moden und Trends der kulinarischen Ästhetik in Wechselwirkung mit den gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit. Ziel der Reihe ist es, diese Zusammenhänge aus interdisziplinärer und epochenübergreifender Perspektive von der Antike bis in die Gegenwart zu analysieren. Im Mittelpunkt steht dabei der kulinarisch eng verflochtene europäische Raum.

Die Reihe wird herausgegeben von Marcus Köhler, Christoph Lundgreen, Josef Matzerath, Maren Möhring und Andreas Rutz.

Band 2

Andreas Rutz (Hrsg.)

Der Beginn der kulinarischen Moderne

Carl Friedrich von Rumohrs »Geist der Kochkunst« im frühen 19. Jahrhundert

Seit dem frühen 19. Jahrhundert etablierte sich in Metropolen wie Paris, Wien, London und St. Petersburg sowie in Residenzstädten wie Dresden eine neue Kochweise, die bis heute die exquisite Küche Europas prägt. Bereits 1822 griff der Kunsthistoriker und Literat Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843) diesen Trend auf und publizierte mit seinem »Geist der Kochkunst« die erste systematische Kochkunsttheorie. Die Beiträger*innen des Bandes diskutieren das gastrosophische Werk und seinen Autor im Kontext der Ernährungsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Dabei bieten sie einen interdisziplinären Überblick zur Produktion von Nahrungs- und Genussmitteln, zur Alltagskost, zur Geschichte des Weins sowie zur exquisiten Kochkunst und Tafelkultur am Beginn der kulinarischen Moderne.

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Band 1

Daniel Deckers / Josef Matzerath

Das Deutsche Küchen- und Weinwunder

Gourmandise in Deutschland, 1970-2025

Exquisite Küche und Wein sind in Deutschland erst seit den 1970er Jahren ein kulturelles Thema – dem Gastronomiekritiker Wolfram Siebeck erschien es z.B. wie ein Wunder, dass hierzulande Restaurants entstanden, deren Chefs sich an Frankreichs Spitzenküche orientierten. Auch beim Wein war Frankreich spitze, während Deutschland viel aufzuholen hatte. Heutzutage genießt Wein aus deutschen Anbaugebieten weltweit hohes Ansehen. Josef Matzerath und Daniel Deckers rekonstruieren die Geschichte der kulinarischen Trends in der exquisiten Küche sowie die Entstehung bzw. Entwicklung der Gastronomiekritik und die Erfolgsgeschichte des deutschen Spitzenweins der letzten fünf Jahrzehnte. Dabei verstehen sie sich als Historiografen der Geschichte einer kulinarischen Ästhetik, die das Land bis heute prägt.

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