Musikalien des Dresdner Hofes

Der historische Notenbestand der SLUB Dresden ist aufs Engste verknüpft mit der Geschichte und aus den Beständen des Dresdner Hofes erwachsen. Verschiedene Teilbestände lassen sich identifizieren und geben Ihnen in ihrer Gesamtheit einen Einblick in das fürstliche musikalische Leben in Dresden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Die königliche Privat-Musikaliensammlung ist der private Notenfundus des Hauses Wettin, der Ende des 17. Jahrhunderts auf Veranlassung Augusts des Starken entstanden ist. Darunter finden Sie beispielsweise den Stimmensatz zu Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe  oder die größte Vivaldi-Sammlung nördlich der Alpen – unter anderem mit dem Autograph zum Violinkonzert A-Dur RV 314  sowie Quellen zur katholischen Kirchenmusik, der Oper oder Kammermusik.

Komponierende Mitglieder des Königshauses

Zahlreiche Werke des Bestandes stammen von komponierenden Mitgliedern des Königshauses. Den Schwerpunkt der Sammlung bildet die Musik des 18. Jahrhunderts, wobei die Hauptakzente auf der italienischen Oper und der katholischen Hofkirchenmusik liegen.
Darin enthalten sind Sammlungen von

  • Kurfürstin Maria Josepha (1699 - 1757)
  • Kurfürstin Maria Antonia Walpurgis (1724 - 1780)
  • Kurfürst Friedrich August II. (1696 - 1763)
  • Kurfürst Friedrich August III. (1750 - 1827)
  • Amalia, Prinzessin von Sachsen (1794 - 1870)

Die Dresdner Hofmusik

Zur Dresdner Hofmusik gehört auch der Hofkapell-»Schranck II« mit Instrumentalmusik des 18. Jahrhunderts, einschließlich der berühmten Vivaldi-Sammlung und die durch Erbschaft erhaltene Schlossbibliothek Oels.

1896 übergab König Albert von Sachsen die Königliche Privatmusikaliensammlung an die Königliche Öffentliche Bibliothek. Nach der Abdankung des Königs wurde 1918 die Bibliothek in Sächsische Landesbibliothek umbenannt.

Digital aufbereitete Musikschätze

Das Dresdner Opernarchiv, zurückgehend auf den Bestand der Hofoper, umfasst rund 1.300 Notenmanuskripte, von denen etwa 1.200 auf die SLUB entfallen. Die restlichen gehören zum Musikalienbestand der Semperoper und werden in der dortigen Bibliothek aufbewahrt. Ein großangelegtes Digitalisierungsprojekt im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms hat auch diese Bestände mittlerweile digital verfügbar gemacht. Sie können darunter Partituren, Stimmmaterial, Text- und Soufflierbücher zu Ur- und Erstaufführungen von Komponisten des späten 19. und 20. Jahrhunderts, wie Richard Strauss, Richard Wagner oder Giuseppe Verdi entdecken. Außerdem finden Sie Aufführungsmaterial des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts von aufs Engste mit Dresden verbundenen Komponisten wie Johann Gottlieb Naumann, Carl Gottlieb Reißiger oder Ferdinando Paër.
Verschiedene Digitalisierungsprojekte beschäftigten sich 2008-2016 mit der digitalen Bereitstellung einzelner Segmente dieser wertvollen Sammlung und auch weiterhin werden sukzessive neue Digitalisate zur Verfügung gestellt – so jüngst nach Ablauf der Urheberrechte Materialien zu Opern von Richard Strauss.

So nutzen Sie unser Angebot

Sie finden alle erschlossenen Objekte der Sammlung im Katalog für musikalische Quellen RISM und können sie im Lesesaal Sammlungen nutzen.