Digitalisierung und Erschließung kulinarischer Quellen

Entwicklung und Erprobung digitaler Tools für die Beforschung kulinarischer Quellen

Um der Wissenschaft und der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, kulinarische Schriften und Ephemera tiefgehend zu beforschen, entwickelt die SLUB eine Kulinarik-Datenbank und ein webbasiertes Erschließungs-, Annotations- und Auszeichnungs-Tool. In einer ersten Projektphase erprobt und implementiert die SLUB unter Nachnutzung etablierter Lösungen digitale Werkzeuge, die eine Datafizierung und Vernetzung kulinarischer Bestände möglich machen. Langfristiges Ziel ist es, ein interdisziplinäres Kulinarik-Portal aufzubauen, das die Forschungscommunity über den gesamten Forschungskreislauf unterstützt.

Laufzeit der ersten Projektphase
2026 - 2028

Das Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Eintrag GEPRIS Geförderte Projekte der DFG

Aufgaben und Arbeitspakete

Kontrolliertes Vokabular und Metadaten

Schwerpunkt des Projekts ist die Erschließung von Menükarten und Kochbüchern des 19. Jahrhunderts. Um die Texterkennung und Named Entity Recognition sowie die Normierung der Daten zu gewährleisten, wird zunächst ein kontrolliertes Vokabular erstellt. Grundlage ist das historische Standardwerk „Meisterwerke der Speisen und Getränke“, das in mehreren Auflagen um das Jahr 1900 erschien. 

In Abstimmung mit der Fachcommunity sollen zudem Metadatenstandards für die Medienformate Menü- und Speisekarte erarbeitet und etabliert werden.

Menükartenerschließung mit OCR-D und LareX

Bestehende Tools zur Schrift- und Texterkennung, Layoutanalyse, Named Entity Recognition und Annotation werden in einem eigenen Workflow nachgenutzt und bei Bedarf angepasst. Um die Integrität und Qualität der erfassten und generierten Daten zu sichern, setzt die SLUB neben technischen Innovationen bei der Text-, Layout- und Bilderkennung auf die Einbindung der Community bei der Erschließung (Human-in-the-Loop-Ansatz).

Erfassungs- und Annotationstool, Normdaten

Ziel ist die Erstellung eines Erfassungs-Tools, das einen niedrigschwelligen Zugang bietet, um Menükarten-Digitalisate sowie historische Kochbücher in der Tiefe zu erschließen, maschinell ermittelte Daten zu korrigieren, die erkannten Entitäten mit einschlägigen Normdateien zu verknüpfen und damit verlässlich durchsuchbar und analysierbar zu machen.

Netzwerk und Community

Das Projekt setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Fachcommunity, um aktuelle Forschungsbedarfe zu ermitteln und die Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Zudem sollen auf einem „Kulinarik-Portal“ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Food Studies sowie Interessierte aus dem Gastronomiebereich und der Öffentlichkeit zusammengeführt werden.