Konzertreihe mit Musik aus unserem Archiv für zeitgenössische Kompositionen
Die Sammlungen der Abteilung "Musik und AV-Medien" an der SLUB sind weit berühmt: Quellen der evangelischen Kirchenmusik seit dem 16. Jahrhundert, der höfischen Musik des 18. und 19. Jahrhunderts, der bürgerlichen Musik, des sächsischen audiovisuellen Erbes werden als wichtige Zeugnisse des reichhaltigen kulturellen Lebens in Sachsen in der SLUB archiviert. Eine besondere Kostbarkeit stellt dabei unser "Archiv für zeitgenössische Kompositionen" dar. Einige Beispiele aus der Sammlungen werden nun in einer Konzertreihe wieder hörbar.
An vier Abenden stellen wir im Frühjahr 2026 wieder Musik aus unserem Archiv für zeitgenössische Kompositionen vor und zeigen das breite aber klar fokussierte Spektrum unserer überregional bedeutenden Sammlung. Komponisten verschiedener Generationen, verschiedener Schulen, verschiedener Richtungen - aber alle mit mit einem Anker in unserem Archiv - werden von namhaften Interpreten wie dem ensemble unitedberlin, dem Zentaur Streichquartett, dem Neuen Klaviertrio Dresden und continuum XXI präsentiert.
In Kooperation mit dem Sorbischen Institut und dem Sächsischen Musikbund.
Die Veranstaltungen im Überblick
Veranstaltungen in Planung. Neue Termine werden demnächst an dieser Stelle veröffentlicht!
Der unbekannte Juro Metsk
Film, Gespräch, Musik und Quellenpräsentation | 27. April 2026 | 18:00 Uhr | SLUB Klemperer-Saal
Interpreten: ensemble unitedberlin
Kompositionen: Juro Mětšk - Bühnenmusiken
„Ein ungewohnter Mětšk in der Tat - aber auch hier einer, der genau wusste, was er wollte und wie es zu erreichen war. (Gerald Felber: Im Dienst, aber nicht auf Kommando. Zur Bühnenmusik von Juro Mětšk)
Im Nachlass des sorbischen Komponisten Juro Mětšk, der im Archiv für zeitgenössische Kompositionen an der SLUB aufbewahrt wird, befinden sich auch Partituren zu verschiedenen Bühnenmusiken. In Zusammenarbeit mit der Stiftung für das sorbische Volk wurden jüngst daraus die Musiken zur "Wendischen Schiffahrt" und zur "Teufelsbrücke" durch das ensemble unitedberlin eingespielt - und damit bisher kaum bekannte Werke des zwar bedeutenden, weitgehend aber ebenso kaum bekannten Komponisten einem breiteren Publikum verfügbar gemacht. Grund genug für uns, die Musik und das Projekt einmal auch auf die Bühne des Klemperersaals zu bringen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Sorbischen Institut.
Dialoge: Gegenwartsmusik für Streichquartett
Konzert und Quellenpräsentation | 08. Mai 2026 | 19:00 Uhr | SLUB Klemperer-Saal
Interpreten: Zentaur Streichquartett
Kompositionen von: Beste Özçelebi, Knut Müller, Peter Helmut Lang, Christian Diemer, Max E. Keller und Tobias Schick
„'Dialoge' möchte dazu einladen, die Bedeutung der Musik als Medium der Verständigung zu erleben und dazu anregen, über die Bedeutung von Kommunikation nachzudenken – sowohl in der Musik als auch im gesellschaftlichen Miteinander. Denn in der Vielfalt der Stimmen liegt die Kraft, neue Wege des gegenseitigen Verständnisses zu erschließen.“ (Tobias Schick)
In den Mittelpunkt des Konzertes rücken nicht nur die Fähigkeit der Instrumente, einen Diskurs zu führen, sondern auch die Dynamik, die entsteht, wenn die Gespräche nicht immer harmonisch verlaufen. Situationen werden erforscht, in denen die vier Stimmen gegensätzliche Meinungen vertreten, aneinander vorbeireden oder sogar in Konflikt geraten. Dabei geht es darum, die Grenzen eines Dialogs auszuloten: Wann ist ein Gespräch produktiv? Wann führen Missverständnisse oder Spannungen zu neuen Einsichten? Und wie können musikalische Konflikte kreativ gelöst werden?
Musik der Extreme #6: Hand und Maschine – Barock, Romantik und Gegenwart
Konzert und Quellenpräsentation | 12. Mai 2026 | 19:00 Uhr | SLUB Klemperer-Saal
Interpreten: continuum XXI
Kompositionen von: Georg Friedrich Händel, Richard Röbel, Jean-Philippe Rameau, Francois Couperin, Alberto Arroyo, Anne Marie Najderek, György Ligeti
„Konzerte dieser Art, die von Originalität geprägt sind und den Weg des Abenteuers beschreiten, sind aller Ehren wert.“ (Arturo Reverter, Scherzo)
Hand und Maschine – unter diesem Motto erklingen Werke des 18., 19. und 21. Jahrhunderts aus unseren Beständen, interpretiert auf historischen Instrumenten. Aspekte von Mechanisierung versus Natürlichkeit, Eskapismus und Rückbesinnung auf Ideale der Romantik in einer von moderner Entfremdung gekennzeichneten Gesellschaft bilden den roten Faden mit Werken von Georg Friedrich Händel über Carl Maria von Weber bis hin zu Anne Marie Najderek.
Tripel – neue Werke für Klaviertrio
Konzert und Quellenpräsentation | 19. Mai 2026 | 19:00 Uhr | Klemperer-Saal der SLUB
Interpreten: Neues Klaviertrio Dresden
Kompositionen von: Carsten Hennig, Lydia Weißgerber, Alfred Holzhausen, Friedemann Stolte, Christian FP Kram, Knut Müller
„Oft hört oder liest man: Ein Komponist kann heute auf alles zurückgreifen, was die Musikgeschichte bietet. Das klingt großzügiger, als es ist – denn wo alles geht, wird es umso schwerer, das Unerwartete, Berührende freizulegen. Trotzdem empfinde ich es als wunderbare Aufgabe, Formen zu suchen, die Gewohntes wieder fernrücken und, wenn man Glück hat, Altbekanntes als Neuland empfinden lassen.“ (Lydia Weißgerber)
Das "Neue Klaviertrio Dresden" fördert diese Bestrebungen seit Jahrzehnten, regt Neukompositionen an und schafft so die Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Literatur für diese Besetzung. Neben der Komposition von Lydia Weißgerber erklingen Werke von Carsten Hennig, Alfred Holzhausen, Friedemann Stolte, Christian FP Kram und Knut Müller.







