In der Schatzkammer sind alle mittelalterlichen Handschriften aus der Klosterbibliothek der Zisterzienserinnen von St. Marienthal ausgestellt. Ergänzend werden Urkunden und frühe Drucke sowie eine historische Karte gezeigt.

Der Buchbestand des Klosters St. Marienthal wurde im Lauf der Geschichte mehrfach vernichtet. Da ein Kloster ohne Ausstattung mit Büchern für die Feier der Heiligen Messe, die Stundengebete und Lesungen nicht auskommt, musste jeweils rasch für Ersatz gesorgt werden. Weil das Kloster St. Marienthal wahrscheinlich über kein eigenes Skriptorium (Schreibwerkstatt) verfügte, mussten die Bücher andernorts beschafft werden.

In der Klosterbibliothek haben sich noch acht liturgische (für den Gottesdienst bestimmte) Handschriften aus dem 12. bis 15. Jahrhundert erhalten. Sie entsprechen dem zisterziensischen Ritus, der von Anfang an in allen Klöstern des Ordens einheitlich sein sollte. Nachträge, Überklebungen und eingelegte Blätter zeigen, dass die Handschriften auch im 17. und 18. Jahrhundert noch benutzt wurden.

Die wissenschaftliche Erschließung im Handschriftenzentrum der Universitätsbibliothek Leipzig in den Jahren 2016 und 2017 erbrachte zahlreiche interessante Erkenntnisse, die in dieser Ausstellung vermittelt werden.

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