Der Zisterzienserorden

 

„Wir wollen in einer Liebe, unter der Regel und nach einheitlichen Bräuchen leben.“
Verfassung des Zisterzienserordens

 

Schon im Mittelalter gründete der Zisterzienserorden Klöster für Frauen. Ein besonders berühmtes Kloster befand sich in Helfta bei Eisleben. Dort verfassten Nonnen wie Mechthild von Hackeborn und Gertrud von Helfta heute noch bekannte Schriften. In diesen geht es um spirituelle Erlebnisse und die Nähe zu Gott auf Erden.

Im Hochmittelalter ergriff viele Menschen eine religiöse Aufbruchstimmung, die auch fundamentale Veränderungen für das Leben in den Klöstern nach sich zog. Von der ebenso wohlhabenden wie einflussreichen Benediktinerabtei Cluny in Burgund ging eine Reformbewegung aus, die zurückkehren wollte zur ursprünglichen Askese und Einfachheit des Klosterlebens. In diesem Sinne gründete Robert von Molesme gemeinsam mit 20 Brüdern 1098 das Kloster Cîteaux bei Dijon, nach dem sich eine neue Ordensgemeinschaft, die Zisterzienser, benannte. Die Bestätigung der Ordensverfassung, der Carta Caritatis, erfolgte 1119 durch Papst Calixt II. Diese Verfassung regelt u.a. die Beziehungen zwischen den Klöstern, die Einheitlichkeit aller Riten und liturgischen Texte, das Verfahren der Visitation sowie das jährliche Generalkapitel. Alle zisterziensischen Gemeinschaften befolgen die Ordensregel des Heiligen Benedikt von Nursia dem Wortlaut nach.

Plan von Cîteaux, dem ersten Zisterzienserkloster

Bildunterschrift:

Das Ertz-Stifft Cistertz eine Mutter des gesamten Cistercienser Ordens u: Residentz des Hochw: Patris Generalis, im Hertzogthum Burgund 4 Stunden von der Haubt-Stadt Diion gelegen, so Anno 1098 vom Burgundischen Hertzog Odo fundiret worden. Dieses Marianischen Heil: Ordens ewigen Schutz hat die Himmels-Königin dem Heil: Aberico, anderten Abbten zu Cistertz versprochen. Ohweit A. Diion liget B. Fontan das glücksel: geburtsorht des Heil: Vatters Bernardi woselbst im vorigen Seculo Ludovicus XIII. König in Franckreich aus einem gesichd ein Cistercienser Closter gestifftet.