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Vitrine I


 

PsalterPsalter

Pergamenthandschrift. Merseburg (?),
13. Jahrhundert

Die 150 Psalmen waren seit dem frühen Mittelalter fester Bestandteil der christlichen Liturgie und bildeten die Grundlage der Stundengebete. Der Psalter, das mittelalterliche Gebetbuch schlechthin, enthielt außer dem Text der Psalmen häufig auch biblische Lobgesänge, Litaneien, Hymnen, diverse Gebete, Kurzlesungen und seit dem 11. Jahrhundert zu Beginn ein Kalendarium.

Die Dresdner Handschrift ist unvollständig: sie besteht überwiegend aus Blättern mit Miniaturen. Auf den zwölf Kalenderseiten nimmt der Kalender mit Tagesbuchstaben, römischer Tageszählung sowie den Namen der Tagesheiligen bzw. der kirchlichen Feste jeweils die linke Hälfte eines zweibogigen Rahmens ein, während rechts ein Apostel unter einem Tierkreiszeichen des Monats steht. Ferner haben sich eine Initialzierseite sowie sieben Vollminiaturen mit Szenen aus dem Leben Christi erhalten, welche die einzelnen Abschnitte des Psalters markierten.   

Handschriften


Li apocalipse que S.  Jehans vitLi apocalipse
que S. Jehans vit

(Lothringische Apokalypse)

Französische Pergamenthandschrift.
1. Hälfte
des 14. Jahrhunderts.

Das biblische Buch der Offenbarung des Johannes – die Apokalypse – gehört zu jenen Texten, von denen die spätmittelalterliche Weltanschauung wesentlich mitbestimmt wurde. Entsprechend groß ist die Zahl der in dieser Zeit entstandenen, häufig illuminierten Handschriften, welche die Visionen des Johannes überliefern. Bei dem in einem altlothringischen Dialekt geschriebenen Dresdner Exemplar, das für einen bürgerlichen Auftraggeber in Metz gefertigt wurde, wird das apokalyptische Geschehen auf 72 Miniaturen voller visueller Kraft verdeutlicht, denen der Text gestalterisch ebenbürtig zur Seite steht.

Handschriften


Deutsche  HistorienbibelDeutsche Historienbibel

Papierhandschrift, Elsass, um 1420.

Als Historienbibeln werden die freien Prosabearbeitungen biblischer Erzählungen in volkstümlicher Sprache bezeichnet, die ihre Blütezeit vom 13. bis ins 15. Jahrhundert hatten. Da die Klöster den steigenden Bedarf an Handschriften nicht mehr befriedigen konnten, entstanden private Kopierwerkstätten, die solche Bücher auf Vorrat fertigten. Zu ihnen gehörte die Werkstatt Diebold Laubers in Hagenau im Elsass. Um Handschriften möglichst rasch und rationell herstellen zu können, wurden die Arbeiten auf mehrere Schreiber und Miniaturenmaler verteilt. So entstanden einheitlich gestaltete, schwungvoll geschriebene und illustrierte Bücher von eigenem Reiz.

Deutsche Historienbibel digital

Handschriften


Apocalypsis Sancti  JohannisApocalypsis Sancti Johannis. Blatt 48 (50)

Xylographischer Druck, um 1460.

Das Buch, von dem nur einige Blätter erhalten sind, enthielt die apokalyptischen Visionen des Johannes, gemischt mit Szenen aus dessen Leben.

Das ausgestellte Blatt zeigt oben den Heiligen Johannes, der auf Weisung des links sitzenden römischen Kaisers Domitianus (51-96 n. Chr.) aus der vergifteten Schale trinkt. Unten sind der Tod des Johannes und die Aufnahme seiner Seele in den Himmel dargestellt.

Bilder und Texte wurden in Holz geschnitten und im Reibedruckverfahren auf das Papier übertragen. Die Bilder wurden anschließend koloriert.
Blockbücher entwickelten sich in Europa im 15. Jahrhundert unabhängig von Drucken mit beweglichen Lettern und wurden eine Zeit lang parallel zu diesen hergestellt. In China wurde der Holztafeldruck zur Herstellung von Büchern schon im 7. Jahrhundert n. Chr. angewendet.

Drucke


Spätmittelalterlicher  Bucheinband mit  Schweinsleder über Holzdeckeln undornamentalen  Stempelprägungen Spätmittelalterlicher Bucheinband mit Schweinsleder über Holzdeckeln undornamentalen Stempelprägungen

Auffällig sind die zum Schutz des Leders  angebrachten Mittel- und Eckbeschläge, die vertikalen Auflegekanten sowie zwei Schließen.

Einbände







Bucheinband mit Schweinsleder  über HolzdeckelBucheinband des 15. Jahrhunderts mit Schweinsleder über Holzdeckeln

Die zum Schutz des Buchblocks angebrachte Schließe aus Leder und Metall beeinträchtigt die dekorative Wirkung der auf dem Einband sparsam geschnittenen diagonalen Doppellinien.

Einbände





Bucheinband mit Schweinsleder  über HolzdeckelBucheinband des 16. Jahrhunderts mit Schweinsleder über Holzdeckeln

Neben der sparsamen Verzierung mit ornamentalen und figürlichen Rollen und Einzelstempeln sind das Bindejahr 1536 und die Initialen des vermutlichen Buchbesitzers »BR« erkennbar. Am hinteren Buchdeckel ist ein Buchhaken zum Anbringen z.B. an einem Gürtel befestigt.

Einbände




Flexibler Bucheinband mit Leder  auf PappeFlexibler Bucheinband mit Leder auf Pappe aus der Mitte des
16. Jahrhunderts

Die im dreifachen Rahmen vorgenommene Verzierung mit figürlichen und ornamentalen Rollen wird rechts durch eine Überschlagklappe mit Messingschiene verdeckt. Auf dem Einband wurde das Signaturschild eines Vorbesitzers belassen.

Einbände

Kontaktnach oben

Leiterin Buchmuseum
Katrin Nitzschke
Tel.: +49 351 4677-580
Fax: +49 351 4677-701
E-Mail: Buchmuseum@slub-dresden.de