Chorbuch
Vor 1539.
Vorliegender Codex ist eines von zwei von der heutigen SLUB erworbenen Foliomanuskripten aus der Annaberger St. Annenkirche, die geistliche Figuralmusik enthalten und mehr oder weniger »die kursächsisch-ernestinische Hofmusikpflege um und nach 1500 widerspiegeln« (W. Steude). Sequenzen, Versus alleluiatici und Introitus dominieren in diesem Codex. Zwar sind die meisten Tonsätze anonym überliefert, doch sind in ihnen so wichtige Komponistennamen wie Heinrich Finck oder Josquin Desprez genannt.
Johann Sebastian Bach: Missa h-Moll (Kyrie und Gloria) BWV 232I
Eine der vom Autor angefertigten Stimmen zur Missa h-Moll.
1733, nach dem Tode Augusts des Starken, bewarb Bach sich mit dieser Komposition bei dessen Sohn und Nachfolger um einen Hoftitel. Die Bewerbung hatte schließlich Erfolg; 1736 wurde Bach zum »Kgl. Polnischen und Kurfürstl. Sächsischen Hof-Compositeur« ernannt.
Antonio Vivaldi: Violinkonzert A-Dur RV 314
Vom Autor geschriebene und Johann Georg Pisendel gewidmete Partitur.
Pisendel, seit 1712 Violinist der Dresdner Hofkapelle und 1716/17 in Venedig Schüler Vivaldis, war dessen wichtigster Interpret nördlich der Alpen. Er trug die größte außeritalienische Vivaldi-Sammlung zusammen und hinterließ darin wertvolle aufführungspraktische Eintragungen.
Violinkonzert A-Dur RV 314 digital
Carl Maria von Weber: Euryanthe
Autographe Partitur.
Als Hofkapellmeister (1817-1826) eine der glanzvollsten Erscheinungen der Dresdner Musikgeschichte, wirkte Weber hier bahnbrechend als Dirigent, Opernkomponist und -organisator. 25 Jahre nach seinem frühen Tod schenkte seine Witwe dem sächsischen König Friedrich August II. vorliegende Reinschrift der »großen heroischromantischen Oper« Euryanthe. Friedrich Wilhelm Jähns, der Pionier der Weber-Forschung, bezeichnete diese Partitur als ein »Autograph von seltenster Schönheit«.
Robert Schumann: Vier »Lieder für die Jugend«
Autograph.
1849 war das letzte und zugleich fruchtbarste Jahr, das der seit Ende 1844 in Dresden lebende Robert Schumann in der Elbestadt verbrachte. Während des Dresdner Maiaufstandes, an dem er Anteil nahm, ohne selbst auf die Barrikaden zu gehen, arbeitete er intensiv am Liederalbum für die Jugend opus 79. Das ausgestellte Notenblatt enthält vier der 29 Lieder im Entwurf, nämlich »Zigeunerliedchen« (Nr. 7 und 8), »Frühlingsbotschaft« (Nr. 3) und auf der Rückseite »Schmetterling« (Nr. 2).
Richard Wagner: Das Liebesmahl der Apostel.
Biblische Szene für Männerstimmen und großes Orchester
Autographe Partitur.
Wagner, von 1842 bis zu seiner Flucht 1849 Hofkapellmeister in Dresden, schrieb dieses eigenartige, für mehrere dialogisierende Chorgruppen (unter späterem Hinzutritt des großen Orchesters) geradezu »stereophon« konzipierte Werk außerhalb seines höfischen Auftrags. Es war für das Allgemeine Männergesangsfest in Dresden 1843 bestimmt und erklang unter Wagners Leitung erstmals am 6. Juli 1843 in der Dresdner Frauenkirche. Als Chöre sollen 1.200 sächsische Sänger gewirkt haben. Die autographe Partitur wurde 1995 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder erworben.