Hiob Magdeburg: Duringische und Meisnische Landtaffel
Kartengemälde. Meißen, 1566.
Maßstab ca. 1 : 215 000.
Der Theologe Hiob Magdeburg fertigte 1566 dieses Kartengemälde der wettinischen Lande im Auftrag des Kurfürsten August von Sachsen an. Die Wandkarte diente als Unikat ausschließlich internen fürstlichen Zwecken und ist bereits im ältesten Kunstkammerinventar von 1587 nachgewiesen. Das Kartenbild wird von einem 10 cm breiten Fries mit 46 Fürstenporträts umrahmt, die wahrscheinlich als originalgetreue Kopie aus dem Sächsischen Stammbuch entnommen wurden.
Der abgebildete geographische Raum reicht im Norden bis Magdeburg, Zossen und Teupitz, im Osten bis Sommerfeld (Lubsko) und Zittau, im Süden bis Eger (Ohre) und im Westen bis Salzungen und Goslar.
Über 500 Siedlungen lassen sich auf dieser nach Aussage von Johann Christoph Adelung (1796) »sehr vollständigen« Karte nachweisen. Sie wurden entsprechend ihrer administrativen Bedeutung und unter Berücksichtigung der Einwohnerzahlen mit unterschiedlich großen Vignetten in die Karte eingetragen.
Johann Gabriel Doppelmayr (Doppelmaier) und Johann Georg Puschner: »Globus Terrestris«
Erdglobus. Durchmesser 32 cm, Höhe 46 cm. Kupferstichsegmente. Nürnberg, 1728.
Maßstab 1 : 40 000 000.
Doppelmayr-Globen gehören zu den am weitesten verbreiteten und genauesten deutschen Globen des 18. Jahrhunderts und wurden bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts immer wieder neu aufgelegt.
Auf den Meeren sind die Routen der einzelnen Entdeckungsfahrten eingetragen. Der Karteninhalt ist im Vergleich zu Renaissance- und frühen Barockgloben wesentlich versachlicht worden. Fabelwesen existieren nicht mehr, und nicht entdeckte Gebiete werden nur andeutungsweise mit Schraffur gekennzeichnet.
Johann Gabriel Doppelmayr (Doppelmaier) und Johann Georg Puschner: »Globus Coelestis Novus«
Himmelsglobus. Duchmesser 32 cm, Höhe
46 cm. Kupferstichsegmente. Nürnberg, 1728.
Die Sternpositionen wurden für das Jahr 1730 von dem berühmten Danziger Astronomen Johannes Hevelius berechnet. Alle Sternbilder stammen aus dem Werk »Prodromus Astronomiae« von Hevelius aus dem Jahre 1690. Es werden 6 Sterngrößenklassen unterschieden und zahlreiche Kometenentdeckungen verzeichnet.
Luigi Ughi: Iconografica rappresentatione della inclita citta di Venezia
Plan von Venedig. Kupferstich, 1740.
Maßstab ca. 1 : 2 600.
Diese auf 14 Folioblätter gedruckte Karte, erstmals erschienen 1729, trägt eine Widmung an Friedrich Christian, den Sohn von Kurfürst Friedrich August II.
Umrahmt wird der Plan von Ansichten der prächtigen Hauptgebäude Venedigs, die den Reichtum der Handelsstadt widerspiegeln.
Neben Rom war Venedig ein Zentrum des Kartenschaffens und der Druckkunst in Italien des 16. und 17. Jahrhunderts. Venezianische Kartenkünstler wie Giovanni Francesco Camocio, Paolo Forlani und Vincenzo Maria Coronelli beeindrucken durch eine stichtechnische Eleganz und sorgfältige Beschriftung ihrer Karten und Veduten.