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Handschriften

Der Sumerische TonkegelSumerischer Tonkegel

2100 v. Chr.

Keilschrifturkunde des Stadtfürsten von Lagasch in Südmesopotamien für einen von ihm erbauten Tempel.

Die Übersetzung der neusumerischen Inschrift lautet:
»Dem Ningizzida / seinem Gott / hat Gudea / Stadtfürst / von Lagasch (heute Tellah) / der Diener der Göttin Gatumdug / seinen Tempel in Girsu / erbaut.«

Vitrine VII





Fragment eines griechischen PapyrusFragment eines griechischen Papyrus

Ägypten, 163 v. Chr.

Enthält drei nicht zusammen gehörige Texte. Dabei handelt es sich um Warenbestellungen und Lieferbestätigungen.

Zum Schreiben diente Rohrhalm mit gespaltener Spitze (Kalamos). Die Schrift wurde mit Lösungen von Kohlenschwärze (Ruß), auch mit Zinnober (rot), später mit Sepia- und Metalltinten ausgeführt.

Vitrine VII

 

 


 

KoranKoran

Arabische Handschrift auf Seidenpapier.
12. Jahrhundert.
Achteckige Miniaturausgabe.

Vitrine VII

 

 


 

 

Machsor mechol haschana

Machsor mechol haschana

Hebräische Handschrift auf Pergament.
293 Blätter, Deutschland (wohl Esslingen),
um 1290.

Der Machsor - etwa mit »Zyklus« zu übersetzen - ist das jüdische Gebetbuch für die Gottesdienste an besonderen Sabbaten und Feiertagen. Neben der Stammliturgie enthält er weitere liturgische Dichtungen.

Die Dresdner Prachthandschrift ist der erste von zwei Bänden und enthält die Liturgie für die Sabbate des Purim-, Pessach- und Schawoutfestes sowie Dichtungen des Rabbi Meir von Rothenburg (1215-1293) und von Juda Halevi (1075-1141). Geschrieben wurde sie von Reu’ben, einem Schüler des Rabbis. Der zugehörige zweite Band mit der Liturgie für die weiteren Feste befindet sich in der Universitätsbibliothek Breslau.

Machsor mechol haschana digital

Vitrine VIII

 

 


 

Codex DresdensisMaya-Handschrift. Codex Dresdensis

Im 13. Jahrhundert entstandene Handschrift der Mayas, der Ureinwohner Mittelamerikas.

Die Handschrift wurde 1739 in Wien für die Dresdner Bibliothek als »Mexicanisches Buch« erworben und erst 1853 als Maya-Handschrift identifiziert.

Sie besteht aus 39 doppelseitig beschriebenen Blättern mit einer Gesamtlänge von 3,56 m und war ursprünglich als Leporello gefaltet. Beschreibstoff ist Amate, ein aus Bastfasern des Feigenbaums durch Weichen und Schlagen gefilztes Material, dessen Oberfläche mit Kreide grundiert wurde.

Der mit Hieroglyphen, Zahlenzeichen und Bildern beschriebene Codex enthält Ritual- und Weissagungskalender, Berechnungen über Sternkonstellationen, Mond- und Sonnenfinsternisse, Wetter- und Erntevoraussagen. Von den insgesamt etwa 750 Zeichen der Maya-Schrift konnten bisher außer den Zahlen, den Zeichen für Zeitangaben und den Namen der Gottheiten nur wenige entziffert werden.

Weitere Informationen zur Maya-Handschrift finden Sie hier.
Codex Dresdensis digital

Vitrine XIV

 

 


 

PsalterPsalter

Pergamenthandschrift. Merseburg (?),
13. Jahrhundert

Die 150 Psalmen waren seit dem frühen Mittelalter fester Bestandteil der christlichen Liturgie und bildeten die Grundlage der Stundengebete. Der Psalter, das mittelalterliche Gebetbuch schlechthin, enthielt außer dem Text der Psalmen häufig auch biblische Lobgesänge, Litaneien, Hymnen, diverse Gebete, Kurzlesungen und seit dem 11. Jahrhundert zu Beginn ein Kalendarium.

Die Dresdner Handschrift ist unvollständig: sie besteht überwiegend aus Blättern mit Miniaturen. Auf den zwölf Kalenderseiten nimmt der Kalender mit Tagesbuchstaben, römischer Tageszählung sowie den Namen der Tagesheiligen bzw. der kirchlichen Feste jeweils die linke Hälfte eines zweibogigen Rahmens ein, während rechts ein Apostel unter einem Tierkreiszeichen des Monats steht. Ferner haben sich eine Initialzierseite sowie sieben Vollminiaturen mit Szenen aus dem Leben Christi erhalten, welche die einzelnen Abschnitte des Psalters markierten.

Vitrine I

 

 


 

Li apocalipse que S. Jehans vitLi apocalipse
que S. Jehans vit

(Lothringische Apokalypse)

Französische Pergamenthandschrift.
1. Hälfte
des 14. Jahrhunderts.

Das biblische Buch der Offenbarung des Johannes – die Apokalypse – gehört zu jenen Texten, von denen die spätmittelalterliche Weltanschauung wesentlich mitbestimmt wurde. Entsprechend groß ist die Zahl der in dieser Zeit entstandenen, häufig illuminierten Handschriften, welche die Visionen des Johannes überliefern. Bei dem in einem altlothringischen Dialekt geschriebenen Dresdner Exemplar, das für einen bürgerlichen Auftraggeber in Metz gefertigt wurde, wird das apokalyptische Geschehen auf 72 Miniaturen voller visueller Kraft verdeutlicht, denen der Text gestalterisch ebenbürtig zur Seite steht.

Vitrine I

 

 


 

Deutsche HistorienbibelDeutsche Historienbibel

Papierhandschrift, Elsass, um 1420.

Als Historienbibeln werden die freien Prosabearbeitungen biblischer Erzählungen in volkstümlicher Sprache bezeichnet, die ihre Blütezeit vom 13. bis ins 15. Jahrhundert hatten. Da die Klöster den steigenden Bedarf an Handschriften nicht mehr befriedigen konnten, entstanden private Kopierwerkstätten, die solche Bücher auf Vorrat fertigten. Zu ihnen gehörte die Werkstatt Diebold Laubers in Hagenau im Elsass. Um Handschriften möglichst rasch und rationell herstellen zu können, wurden die Arbeiten auf mehrere Schreiber und Miniaturenmaler verteilt. So entstanden einheitlich gestaltete, schwungvoll geschriebene und illustrierte Bücher von eigenem Reiz.

Deutsche Historienbibel digital

Vitrine I

 

 


 

Réné d'AnjouRéné d'Anjou: Sur les tournois

Französische Pergamenthandschrift.
15. Jahrhundert. Farbige und vergoldete Initialen, 32 Miniaturen.

In seinem 1460 entstandenen Turnierbuch schildert Réné, Herzog von Anjou, Dichter, Maler und Kunstmäzen, den Verlauf eines ritterlichen Turniers von der Herausforderung des Gegners bis zur Übergabe des Siegespreises. Das Dresdner Exemplar ist eines von mehreren erhaltenen illustrierten Prachthandschriften des Werkes.

Vitrine III

 

 


PetrarqueFrancesco Petrarca: Des remèdes de l’une et l’autre fortune

Französische Pergamenthandschrift.
15. Jahrhundert.

Mit seinem zwischen 1354 und 1366 verfassten Werk »De remediis utriusque fortunae« in Dialogform wollte der italienische Humanist und Dichter Francesco Petrarca (1304 – 1374) seinen zahlreichen Lesern Argumente zur Beherrschung allzu starker Emotionen in Glück und Unglück an die Hand geben.

Die Dresdner Handschrift enthält das erste von zwei Büchern in einer französischen Übersetzung, die Jean Daudin, ein Kanonikus der Sainte-Chapelle in Paris, für König Karl VII. (reg. 1422-1461) anfertigte. Ein Wappen und ein Besitzeintrag weisen Jacques d’Armagnac, Herzog von Nemours (1437-1477), als ersten Besitzer der Handschrift aus. Die Miniaturen wurden mit dem in Paris tätigen Buchmaler Jacques de Besançon in Verbindung gebracht.

Vitrine III

 

 


 

Galeni opera variaGalen: Opera varia

Flämische Pergamenthandschrift.
15. Jahrhundert. Farbige Randleisten
und 116 Miniaturen.

Sammelwerk mit medizinischen Schriften des Leibarztes von Kaiser Marc Aurel. In den Initialen sind Szenen aus der Arbeit mittelalterlicher Ärzte abgebildet, die hohen Quellenwert für die Geschichte der Medizin besitzen.

Vitrine IV

 

 

 

 

 


 

Proportionen des menschlichen KörpersAlbrecht Dürer: Von den Proportionen des menschlichen Körpers

Eigenhändiges Manuskript zum ersten von insgesamt vier Büchern, die 1528 in Nürnberg gedruckt wurden.

Daran angebunden ist ein Skizzenbuch mit Zeichnungen Dürers aus den Jahren 1501-1519.

Vitrine IX

 

 


 

Commentarius in psalmos DavidisMartin Luther: Commentarius in psalmos Davidis

Wittenberg 1513-1516.

Eigenhändige Niederschrift seiner ersten Vorlesung als Professor der Theologie in Wittenberg.

Nächst der Bibelübersetzung das umfangreichste Manuskript von Luthers Hand.

Vitrine IX

 

 


 

Paulus Hector Mair: Fecht-, Ring- und TurnierbuchPaulus Hector Mair: Fecht-, Ring- und Turnierbuch

Papierhandschrift.
Mitte des 16. Jahrhunderts.

Die Handschrift mit den anschaulichen farbigen Bildern stammt von Paulus Hector Mair (1517-1579). Dargestellt werden auf den insgesamt 242 Blättern verschiedene Formen des Zweikampfes, außer dem Ringen der Kampf mit dem Schwert, dem Stock, der Hellebarde und auch mit der gezähnten Sichel.

http://digital.slub-dresden.de/ppn275428508Band 1 digital, Band 2 digital

Vitrine V

 


Heilige Walatta PetrosLeben, Wunder und Bildnis der heiligen Walatta Petros

Äthiopische Bilderhandschrift auf Pergament. Im Jahr 165 der Gnade und im
5. Jahr des Königs Yohannes I. (1672).

Vitrine VII

 

 

 

 


 

Mulana FudhuliMulana Fudhuli: Gedicht zum Lobe des Weines

Persische Handschrift auf Rosenpapier mit
3 ganzseitigen Malereien.
Bagdad 1630.

Vitrine VII

 

 

 

 

 

 


 

Mulana FudhuliRingrennen Christian II. von Sachsen zur Fastnacht 1607 im Stallhof des Dresdener Schlosses

 

Papierhandschrift. Malereien in Deckfarben.
17. Jahrhundert.

Bildliche Dokumentation eines Ringelstechens, das mit Umzügen der beteiligten Gruppen in wechselnden Verkleidungen verbunden war.

Vitrine V