Virtuelle Schatzkammer
Die Virtuelle Schatzkammer zeigt zusätzlich zu den nichtausgestellten Schätzen online verfügbare Kostbarkeiten der SLUB Dresden.
Im Katalog zur Schatzkammer werden Ihnen online alle derzeit ausgestellten Objekte präsentiert.
Codex Boernerianus
Der aus dem Nachlass des Leipziger Moraltheologen Christian Friedrich Börner (1683-1753) erworbene Codex enthält im Wesentlichen die Briefe des Apostels Paulus in griechischer Sprache mit einer lateinischen Interlinearübersetzung. Die Pergamenthandschrift wurde im 9. Jh. von einem irischen Mönch im Kloster Sankt Gallen geschrieben und überliefert eine frühe, von der kanonischen Form abweichende Sammlung der Paulusbriefe.
Maya - Handschrift Codex DresdensisIm 13. Jahrhundert entstandene Handschrift der Mayas, der Ureinwohner Mittelamerikas.
Die Handschrift wurde 1739 in Wien für die Dresdner Bibliothek als »Mexicanisches Buch« erworben und erst 1853 als Maya-Handschrift identifiziert. Sie besteht aus 39 doppelseitig beschriebenen Blättern mit einer Gesamtlänge von 3,56 m und war ursprünglich als Leporello gefaltet. Beschreibstoff ist Amate, ein aus Bastfasern des Feigenbaums durch Weichen und Schlagen gefilztes Material, dessen Oberfläche mit Kreide grundiert wurde.
Der mit Hieroglyphen, Zahlenzeichen und Bildern beschriebene Codex enthält Ritual- und Weissagungskalender, Berechnungen über Sternkonstellationen, Mond- und Sonnenfinsternisse, Wetter- und Erntevoraussagen. Von den insgesamt etwa 750 Zeichen der Maya-Schrift konnten bisher außer den Zahlen, den Zeichen für Zeitangaben und den Namen der Gottheiten nur wenige entziffert werden.
Machsor mechol haschana
Hebräische Handschrift auf Pergament. 293 Blätter. Deutschland, um 1290.
Der Machsor, etwa mit »Zyklus« zu übersetzen, ist das jüdische Gebetbuch für die Gottesdienste an besonderen Sabbaten und Feiertagen. Die Dresdner Prachthandschrift ist der erste von zwei Bänden und enthält die Liturgie für die Sabbate des Purim-, Pessach- und Schawoutfestes sowie Dichtungen des Rabbi Meir von Rothenburg (1215-1293) und von Juda Halevi (1075-1141). Der zweite Band befindet sich in der Universitätsbibliothek Breslau.
Teil I digital: Dresden, SLUB, Mscr.Dresd.A.46.a
Teil II digital: Breslau/Wrocław, Biblioteka Uniwersytecka, Ms. or. I 1
Dresdner Bilderhandschrift des Sachsenspiegels
Der Sachsenspiegel ist die älteste deutschsprachige Aufzeichnung des Gewohnheitsrechts. Den Ratsuchenden sollte ein Spiegel der Rechtspraxis an die Hand gegeben werden. Die Dresdner Bilderhandschrift entstand zwischen 1295 und 1363 im Raum Meißen. Mit 924 Bildstreifen auf 92 Blättern enthält sie die meisten und zugleich künstlerisch wertvollsten Bildszenen.
Dresdner Bilderhandschrift digital
Deutsche Historienbibel
Papierhandschrift, Elsass, um 1420.
Als Historienbibeln werden die freien Prosabearbeitungen biblischer Erzählungen in volkstümlicher Sprache bezeichnet, die ihre Blütezeit vom 13. bis ins 15. Jahrhundert hatten. Da die Klöster den steigenden Bedarf an Handschriften nicht mehr befriedigen konnten, entstanden private Kopierwerkstätten, die solche Bücher auf Vorrat fertigten. Zu ihnen gehörte die Werkstatt Diebold Laubers in Hagenau im Elsass. Um Handschriften möglichst rasch und rationell herstellen zu können, wurden die Arbeiten auf mehrere Schreiber und Miniaturenmaler verteilt.
Deutsche Historienbibel digital
Das nach seiner Hauptfigur benannte türksprachige Epos ist das älteste schriftliche Zeugnis der Erzähltradition der Oghusen, einer Konföderation türkischer Völker, die im 11. Jahrhundert von den Steppengebieten der Mongolei und Zentralasiens nach Iran und Kleinasien einwanderten. Die im 16. Jahrhundert geschriebene Dresdner Handschrift bietet die einzige erhaltene vollständige Überlieferung des Werkes.
Quedlinburger Annalen
Die Quedlinburger Annalen, eine wahrscheinlich im Servatiusstift Quedlinburg zwischen 1008 und 1030 entstandene Chronik der Jahre von 984 bis 1025, sind nur in einer einzigen Abschrift aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Unter dem Jahr 1009 (Bl. 31v) wird der geographische Name Litauen erstmals erwähnt.
Paulus Hector Mair: Fecht-, Ring- und Turnierbuch. Papierhandschrift
Mitte des 16. Jahrhunderts.
Dargestellt werden auf den insgesamt 242 Blättern verschiedene Formen des Zweikampfes, außer dem Ringen der Kampf mit dem Schwert, dem Stock, der Hellebarde und auch mit der gezähnten Sichel.
Seyyid Loqman: Buch der Eigenschaften der OsmanenOsmanische Handschrift auf Papier.
16. Jahrhundert.
Dieses Exemplar von Seyyid Loqmans »Buch der Eigenschaften der Osmanen« zeichnet sich aus durch 12 Porträts türkischer Sultane, beginnend mit Osman I., abschließend mit Murad III. Der Text der Handschrift entstand 1579 für Sultan Murad III. Die Miniaturen von der
Hand des Malers Osman wurden bis 1595 geschaffen und dem bereits fertigen Text hinzugefügt (eingeklebt).
Orientalische Handschrift - Mscr.Dresd.Eb.373 digital
Kemal Paša-Zade: Geschichte der Osmanen
Osmanische Handschrift auf Papier.
16. Jahrhundert
Der Gelehrte und Dichter Kemal Paša-Zade (ca. 1468-1535) begann seine bedeutende Osmanen-Chronik in 10 Büchern auf Wunsch des Sultans Bayezids II. 1502/03
niederzuschreiben. Die Dresdner Handschrift ist unvollständig. Sie enthält den Text für die Zeit vom Regierungsantritt Bayezids II. (1481) bis zum Jahr 1521 sowie 25 Darstellungen von Städten, Festungen und Hafenanlagen. Die ausgestellte Miniatur ist eine von elf getrennt gebundenen Illustrationen zum Kapitel über die militärischen Auseinandersetzungen mit den Venezianern in den Jahren 1499/1500.
Orientalische Handschrift - Mscr.Dresd.Eb.391 digital
Hiob Magdeburg: Duringische und Meisnische Landtaffel
Kartengemälde. Meißen, 1566.
Der Theologe Hiob Magdeburg fertigte 1566 dieses Kartengemälde der wettinischen Lande im Auftrag des Kurfürsten August I. von Sachsen an. Die Wandkarte diente als Unikat ausschließlich internen fürstlichen Zwecken und ist bereits im ältesten Kunstkammerinventar von 1587 nachgewiesen. Das Kartenbild wird von einem 10 cm breiten Fries mit 46 Fürstenporträts umrahmt, die wahrscheinlich als originalgetreue Kopie aus dem Sächsischen Stammbuch entnommen wurden. Der abgebildete geographische Raum reicht im Norden bis Magdeburg, Zossen und Teupitz, im Osten bis Sommerfeld (Lubsko) und Zittau, im Süden bis an die Eger (Ohre) und im Westen bis Salzungen und Goslar.
Hiob Magdeburg digital
Der erste Katalog der Bibliothek des Kurfürsten August
Faksimile und Transkription.
Registratur der bucher in des Churfursten zu Saxen liberey zur Annaburg, 1574.
Mit dem 1574 angefertigten Katalog wurde der Bestand der seit dem Jahr 1556 entstandenen kurfürstlichen sächsischen Bibliothek erstmals nach den Ordnungsprinzipien im Wissenschaftssystem der Zeit fixiert.
Der erste Katalog der Bibliothek des Kurfürsten August digital
Johann Sebastian Bach: Missa h-Moll (Kyrie und Gloria) BWV 232
Bogen aus der autographen Bass-Stimme zur Missa h-Moll.
1733, nach dem Tode Augusts des Starken, bewarb Bach sich mit dieser Komposition bei dessen Sohn und Nachfolger um einen Hoftitel. Die Bewerbung hatte schließlich Erfolg; 1736 wurde Bach zum »Kgl. Polnischen und Kurfürstl. Sächsischen Hof-Compositeur« ernannt.
Missa h-Moll (Kyrie und Gloria) BWV 232 digital
Luigi Ughi: Iconografica rappresentatione della inclita citta di Venezia
Plan von Venedig. Kupferstich, 1740 (keine Ortsangabe).
Diese auf 14 Folioblätter gedruckte Karte, die bereits 1729 das erste Mal erschien, trägt eine Widmung an Friedrich Christian, den Sohn von Kurfürst Friedrich August II. Umrahmt wird der Plan von Ansichten der prächtigen Hauptgebäude Venedigs, die den Reichtum der Handelsstadt widerspiegeln.
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