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Bibliometrie

Bibliometrie untersucht wissenschaftliche Publikationen und deren Zitationen mit quantitativen Methoden. Bibliometrische Analysen dienen dem Vergleich von Publikationsleistungen einzelner Wissenschaftler, Forschungsgruppen und  Institutionen. Sie werden zunehmend als Instrument im Wissenschaftsmanagement eingesetzt, zum Beispiel bei der Erkennung von Forschungstrends oder der leistungsorientierten Mittelvergabe. Dies erfordert einen sorgsamen Umgang mit den Daten, der Auswahl der Verfahren und der Interpretation der Ergebnisse. Dabei ist auch das unterschiedliche Forschungsverständnis in den Fachgebieten zu berücksichtigen.

Mit unseren Serviceangeboten unterstützen wir Sie bei Publikations- und Zitationsanalysen.

Datenquellennach oben

An der TU und SLUB Dresden haben Sie Zugriff auf folgende zitationsrelevante Datenquellen:

  • Web of Science enthält die Zitationsdatenbanken des Institute of Scientific Information (ISI) Arts & Humanities Citation Index (A&HCI), Science Citation Index Expanded (SCI Expanded, SciSearch) und Social Sciences Citation Index (SSCI, Social SciSearch). Sie finden darin Hinweise auf Publikationen in einem bestimmten Fachgebiet sowie Angaben zu deren Referenzen und Zitierungen als Basis für umfangreiche bibliometrische Analysen.
  • Journal Citation Reports (JCR) enthält bibliometrische Kennzahlen wie Journal Impact Faktor, Immediacy Index oder Cited Half-Life auf der Grundlage der Web of Science-Daten. JCR dient der quantitativen Bewertung und dem Vergleich von wissenschaftlichen Zeitschriften.

Weiterhin können Sie folgende frei zugängliche Ressourcen nutzen:

  • SCImago Journal & Country Rank enthält bibliometrische Kennzahlen zum Ranking wissenschaftlicher Zeitschriften auf der Grundlage der multidisziplinären Zitationsdatenbank Scopus.
  • GoogleScholar ermöglicht allgemein die Suche nach wissenschaftlicher Literatur und zeigt für die gefundenen Ergebnisse auch Zitationsdaten an. Auf Grund der Arbeitsweise als Webcrawler sind diese Angaben jedoch nicht zuverlässig reproduzierbar und daher bei Auswertungen kritisch zu betrachten.

Indikatorennach oben

Als grundlegende Indikatoren für bibliometrische Analysen dienen die Anzahl der Publikationen sowie die Anzahl der Zitationen. Daraus kann die Zitationsrate ermittelt werden. Diese gibt die durchschnittliche Anzahl von Zitationen der betrachteten Artikel an. Die unterschiedlichen Publikations- und Zitationsgewohnheiten in den Fachgebieten erlauben jedoch einen direkten Vergleich der Zahlenwerte nur eng begrenzt innerhalb eines Faches und sind abhängig von der verwendeten Datenbasis. Weiterführende Analysen setzen Normierungen nach festzulegenden Kriterien voraus.

Je nach Fragestellung lassen sich zeitschriften- oder autorenbezogene Kennzahlen ermitteln.

Der Journal Impact Factor sagt aus, wie häufig ein Artikel einer Zeitschrift im Durchschnitt zitiert wird. Er wird berechnet aus der Anzahl der Zitationen der Artikel einer Zeitschrift im betrachteten Jahr im Verhältnis zur Anzahl dieser Artikel in den zwei Jahren zuvor. Der Wert wird durch zahlreiche Größen beeinflusst. Dazu gehören einerseits unterschiedliche Zitiergewohnheiten in den Fachgebieten und andererseits zeitschriftenbezogene Faktoren wie Artikeltyp, Zeitschriftenformat, Titeländerungen, Cited-Only Zeitschriften oder Beschränkungen der Zitationen durch die Herausgeber einer Zeitschrift. Seit 1999 wird zusätzlich ein 5-Jahres-Faktor ermittelt.

Der h-Index wird nach dem Entwickler Jorge E. Hirsch auch Hirsch-Faktor genannt und entspricht einer Anzahl h von Publikationen eines Autors mit h oder mehr Zitationen. Als Grundlage dient eine Liste von Publikationen eines Autors, sortiert nach der Anzahl der Zitationen in absteigender Reihenfolge.
Vorteile bestehen in der Unabhängigkeit von hohen Zitationszahlen einzelner Publikationen und der Dämpfung des sogenannten Matthäus-Effekts. Allerdings ist der h-Index von der Anzahl der Veröffentlichungen des Autors abhängig. Daraus ergeben sich Vorteile für langjährige Wissenschaftler.
Ursprünglich als Faktor für den Vergleich von Autoren und Alternative zum zeitschriftenbezogenen Impact Factor entwickelt, kann ein h-Index aber auch für andere Kategorien wie Zeitschriften oder Themen ermittelt werden.

Zur Nutzung dieser und weiterer Kennzahlen wie zum Beispiel Immediacy Index, Cited und Citing Half-Life, Eigenfactor, Article Influence Score oder SCImago Journal Rank (SJR) für Ihre Fragestellungen beraten wir Sie gerne.

Alternative Metrikennach oben

Mit der ständig wachsenden Zahl von elektronischen Publikationen entwickeln sich auch zunehmend neue Metriken auf der Basis von Nutzungskennzahlen als wichtiges Bewertungskriterium. Im Unterschied zu den klassischen zitationsbasierten Metriken, spiegeln Nutzungsstatistiken die aktuelle wissenschaftliche Bedeutung eines digitalen Dokuments in der Fachwelt wider. Erfasst werden artikelbezogene Metriken wie zum Beispiel Downloads, Views oder die Erwähnung wissenschaftlicher Publikationen in sozialen Netzwerken und Literaturverwaltungsplattformen.