Handschriften und Alte Drucke
Die Sammlung Handschriften und Alte Drucke ist ein international bekannter Quellenbestand von seltener Güte und Geschlossenheit. Er umfasst 30.500 Musica practica, darunter 19.000 Musikhandschriften, sowie 2.000 Musica theoretica (einschließlich Libretti).
Den Kern bildet die Musik der Dresdner Hofkapelle (PDF) aus dem 18. und 19. Jahrhundert, bestehend aus Kirchenmusik (darunter die Originalstimmen zur Missa h-Moll von J. S. Bach), Opern und Instrumentalmusik, die wiederum in der berühmten Vivaldi-Sammlung gipfelt. Weitere wichtige Bestandsgruppen sind die sogenannten Deposita, Musikalien des 16. und 17. Jahrhunderts aus sächsischen Kirchen-, Schul- und Ratsbibliotheken, sowie der reichhaltige Fundus von autographen Werken führender ostdeutscher Komponisten (PDF).
Einige Kostproben aus fünf Jahrhunderten, die auch in der Ausstellung Dresden Treasures der Miami-Dade Public Library (2003) zu sehen waren:
Chorbuch
2. Hälfte 16. Jahrhundert, 312 S.
Dieses 1997 vollständig restaurierte Chorbuch enthält fünf- und sechsstimmige geistliche Kompositionen in anonymer Überlieferung und gehört zu den ältesten erhaltenen Musikalien der kursächsischen Hofkapelle.

Martin Geier: ... Leichbestattung Des … Henrich Schützens zu Dreßden …
Dreßden: Löffler, 1672, [45] Blatt.
Der Lebenslauf im Anhang der Leichenpredigt von Heinrich Schütz (1585-1672) zählt zu den Hauptquellen für die Schütz-Forschung.

Antonio Vivaldi: Suonata à Violino, Oboè, et Organo obligati [RV 779]
Partiturbogen, circa 1707.
Vorliegende Handschrift wurde 1976 als Vivaldi-Autograph identifiziert. Mit über 200 Musikmanuskripten ist die Vivaldi-Sammlung der SLUB die bedeutendste ihrer Art nach Turin.

Nicolò Paganini: Albumblatt, Clara Schumann gewidmet
1 Blatt mit Notenzitat und Porträt, 1829.
Das Albumblatt gehört zu den Kostbarkeiten des Schumann-Albums, einer Sammlung von Erinnerungsstücken, die Robert und Clara Schumann für ihre Kinder angelegt hatten.

Cormac O’Duffy: A Dresden Requiem
Partitur, 1981. – 185 S.
Das Dresden Requiem von Cormac O’Duffy (*1950 in New Jersey) wurde 1981 in der Kathedrale von Coventry uraufgeführt, jener von deutschen Bomben zerstörten englischen Stadt, die zu einem Symbol sinnloser Vernichtung geworden ist. In Dresden erklang die Komposition am vierzigsten Jahrestag der Zerstörung, dem 13. Februar 1985.
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