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Richard-Wagner-Jubiläumsjahr 2013

Richard Wagner (1813 - 1883), geboren in Leipzig, verbrachte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend in Dresden. Hier besuchte er ab 1822 die Kreuzschule. Anschließend kehrte er nach Leipzig zurück, um von 1828 bis 1830 an der Nikolai- sowie Thomasschule unterrichtet zu werden und später zu studieren. Nach einer theaterpraktischen Lehr- und Wanderphase durch Würzburg, Magdeburg, Königsberg, Riga und Paris wirkte er von 1843 bis 1849 als königlich sächsischer Kapellmeister an der Dresdner Hofoper. Dort fanden die Uraufführungen von Rienzi (1842), Fliegendem Holländer (1843) und Tannhäuser (1845) statt. Außerdem befasste Wagner sich in Dresden mit der Meistersinger-Dichtung, dem Nibelungen-Stoff sowie der Tristan-Thematik und warb für Reformen am Hoftheater.

Notenhandschriftennach oben

Die Originalpartitur zum Liebesmahl der Apostel zählt zu den bedeutendsten Schätzen der SLUB. Wagner komponierte das Oratorium für das Allgemeine Männergesangfest in Dresden und leitete die erste Aufführung am 6. Juli 1843 in der Dresdner Frauenkirche. 1.200 sächsische Sänger sollen dabei mitgewirkt haben. Des Weiteren besitzt die SLUB außer Erst- und Frühdrucken zwei kleinere Kompositionsautographen (Der Tag erscheint und Lied des Hirten aus Tannhäuser), die von Wagner benutzte und annotierte Dirigierpartitur zu Glucks Iphigenia in Aulis sowie Teile des Uraufführungsmaterials zu Rienzi, dem Fliegenden Holländer und Tannhäuser.

Dresdner Musikhandschriften von Richard Wagner in RISM online

Korrespondenzennach oben

Hochverehrter Freund, ich erlaube mir, an Sie die freundliche Einladung ergehen zu lassen, künftigen Dienstag, 14. Nov. Mittag um 2 Uhr mit einem einfachen Mahle bei mir vorlieb nehmen zu wollen. In der Hoffnung, Sie vergnügt bei mir zu sehen, bin ich, wie immer, ganz der Ihrige, Richard Wagner. Dresden, 12. Nov. 1843. Neben diesem Brief an Anton Bernhard Fürstenau gibt es weitere handschriftliche Textdokumente von und an Richard Wagner im Bestand der SLUB  - u.a. an Joseph Tichatschek, Eduard Devrient und Anton Pusinelli - sowie zum Wagner-Festjahr 2013 - eine Präsentation von Handschriften Wagners in der Schatzkammer.

Cartes de visite, Szenenfotografien und Rollenporträtsnach oben

Diverse Bilddokumente aus dem Bestand der Deutschen Fotothek geben Auskunft über die Inszenierungen Wagnerscher Musikdramen u.a. in Dresden und Berlin sowie über die Interpreten und ihre Rollen. Zudem finden sich in der Sammlung Abbildungen von Porträts und Denkmälern des Komponisten sowie weitere Bildquellen.

Die fünf in der Handschriftensammlung der SLUB bewahrten Originalfotografien (Visitenkartenportraits) zeigen Richard Wagner in unterschiedlichen Posen an verschiedenen Orten im Zeitraum von 1860 bis 1877. Die angesehensten Lichtbildner in Paris, Wien, München und London wurden aufgesucht, um ein gerade in Mode gekommenes sogenanntes Visitbild (carte de visite) vom Maestro anzufertigen. So führte beispielsweise Ludwig Angerer 1857 als Erster das als Sammlerstück „für die Westentasche“ begehrte „Visit-Portrait-Photo“ in Wien ein. In dessen Atelier-Interieur ließ sich Wagner 1862 ganzfigurig ablichten. Bei dem abgebildeteten Visitbild (mit Atelieraufdruck verso) handelt es sich um eine Fotografie von Louis Buchheister, die Wagner auf Wunsch von Mathilde Wesendonck für deren neues Visit-Fotoalbum nach dem 24. Juni 1861 in Paris anfertigen ließ (Albuminpapier auf Karton; 10,4 x 6,4 cm. Dresden: Mscr.Dresd.App.2725,2).

Audiovisuelle Mediennach oben

Aus der rund 1.200 Medien umfassenden Sammlung von Musik- und Filmaufnahmen der Mediathek zu Wagners Leben und Schaffen stehen die historischen Dokumente des Zeitraums von 1901 bis 1961 in der Regel zum kostenfreien Download zur Verfügung. Es handelt sich vorrangig um Aufnahmen aus der Schellackära mit international erfolgreichen Interpreten, wie dem lange Jahre an der Leipziger Oper engagierten niederländischen Heldentenor Jacques Urlus (1867-1935).

 

Ansichten und Kartennach oben

Mit dem Uraufführungserfolg von Rienzi in der Dresdner Hofoper gelingt dem jungen Wagner der künstlerische Durchbruch. Im Jahr 1843 wird Richard Wagner zum königlich sächsischen Kapellmeister ernannt. Bei einer Reise nach Wien 1848 holt sich Wagner Anregungen zu einer Theaterreform, die er mit eigenen Idealvorstellungen am Hoftheater in Dresden versucht umzusetzen. In dieser Zeit lernt er den russischen Anarchisten Michail Bakunin kennen, der sich an der Leitung des Aufstandes am 3. Mai 1849 beteiligt. Richard Wagner, der zu diesem Zeitpunkt bereits mit Bakunin befreundet war, unterstützt aktiv den offenen Aufstand. Dresdner Maiaufstand - BarrikadenkämpfeNach der Niederschlagung durch preußische und sächsische Truppen wurde Bakunin verhaftet, Wagner sowie dem Baumeister des ersten Dresdner Opernhauses, Gottfried Semper, gelang die Flucht aus der Stadt. In den Folgejahren wird Wagner steckbrieflich als "politisch gefährliches Individium" gesucht, veröffentlicht u.a. im Polizei-Anzeiger vom 11. Juni 1853. Das Kartenforum bietet einen Barrikadenplan und weitere digitale Ansichten, Stadtpläne aus der Lebens- und Schaffenszeit Wagners.

Programmzettelnach oben

https://web-redaktion.slub-dresden.de/typo3/clear.gifTannhäuser, und Der Sängerkrieg auf Wartburg am 1. Dezamber 1848 in Dresden Programme von Opern- und Konzertaufführungen unterrichten zuverlässig über die Namen von mitwirkenden Personen, die Rollenbesetzungen, Billettpreise sowie Beginn und Ende von Veranstaltungen. Im Bestand der SLUB befinden sich zahlreiche historische Programmzettel zu Aufführungen von Werken Richard Wagners in Dresden sowie zu Konzerten, die unter seiner Leitung stattfanden. Gerne beraten wir Sie am Informationspunkt Musik/Mediathek (IP4).
Der Programmzettel zur Uraufführung Der fliegende Holländer am 2. Januar 1843 im Königlich Sächsischen Hoftheater befindet sich im Stadtarchiv Dresden.

 

 

 

 

Adressbüchernach oben

Wo wohnte Richard Wagner während seiner Dresdner Jahre als amtierender Hofkapellmeister an der königlich sächsischen Oper? Genaue Angaben darüber liefern Dresdner Adressbücher: Seit Oktober 1843 lebte Wagner mit seiner Frau in der Ostra-Allee 6, ab Frühjahr 1847 bis zu seiner Flucht im Mai 1849 in der Friedrichstraße 20 im 2. Obergeschoss - einem Gebäude des Städtischen Krankenhauses im ehemaligen Marcolinischen Palais, wie ein historischer Stadtplan anschaulich belegt. Im selben Haus wohnten der Lohnkutscher Walther (Paterre) und der Bildhauer Hänel (1. Etage). Gottfried Semper wohnte zur gleichen Zeit in der Waisenhausstraße, der Tannhäuser-Interpret Joseph Tichatschek in der Zwingerstraße und der Kapellmeister Carl Gottlieb Reißiger am Elbberg. Zahlreiche Straßen heißen heute wieder wie damals.

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Weitere Informationennach oben

Richard Wagner in den Digitalen Sammlungen der SLUB

Richard Wagner-Portfolio der Deutschen Fotothek

Alle Medien zu Richard Wagner im SLUB-Katalog

Das Genie Richard Wagner- Vortragsreihe in der SLUB

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