Die vier Bilderhandschriftennach oben
Die schönsten Sachsenspiegelhandschriften sind die vier Bilderhandschriften aus Heidelberg, Oldenburg, Dresden und Wolfenbüttel. Diese vier Codices sind zwischen 1295 und 1371 angefertigt worden. Bei aller Unterschiedlichkeit dieser vier Handschriften verbindet sie doch die charakteristische und in dieser Form einzigartige Kombination aus Bild und Text. Jede Seite ist in eine Bild- und Textspalte aufgeteilt, die einander wechselseitig erhellen und deren Teile durch Initialen sichtbar verbunden sind.
Heidelberger Bilderhandschrift:
die älteste, aber unvollständigste. 310 Bildstreifen auf 30 (von ursprünglich 92) Blättern. Um 1300 im obersächsischen Raum entstanden. Mit der Bibliotheca Palatina in den Vatikan gelangt und 1816 nach Heidelberg zurückgekehrt.
Oldenburger Bilderhandschrift:
enthält den ausführlichsten Text. 1336 in Auftrag gegeben und von einem Mönch des Klosters Rastede bei Oldenburg aufgezeichnet. Von den 578 Bildstreifen auf 136 Blättern sind nur wenige ausgemalt. 1991 mit Hilfe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung erworben und der Landesbibliothek Oldenburg als Depositum übergeben.
Dresdner Bilderhandschrift:
zwischen 1295 und 1363 im Raum Meißen entstanden. Mit 924 Bildstreifen auf 92 Blättern enthält sie die meisten und zugleich künstlerisch wertvollsten Bildszenen. Bereits zur Zeit des Kurfürsten August (1553-1586) in der Dresdner Bibliothek.
Wolfenbütteler Bilderhandschrift:
eine jüngere Schwesterhandschrift der Dresdner mit starken Anlehnungen, zwischen 1348 und 1371 entstanden. Mit 776 Bildstreifen auf 86 Blättern. Von Herzog August von Braunschweig-Lüneburg, dem Patenjungen des Dresdner Kurfürsten, für die Wolfenbütteler Bibliothek 1651 erworben.