1. SLUB Dresden
  2. Sammlungen
  3. Handschriften
  4. Kitab-i Dedem-Korkut

Kitab-i Dedem-Korkut

Die in arabischer Schrift mit roten Auszeichnungen geschriebene Dresdner Handschrift Kitab-i Dedem Korkut - Mscr.Dresd.Ea.86 aus dem 16. Jahrhundert ist der einzige vollständig erhaltene Textzeuge des Nationalepos des turksprachigen Nomadenvolkes der Oghusen, der Vorfahren von Türken, Aserbaidschanern und Turkmenen. Eine zweite, ebenfalls im 16. Jahrhundert entstandene Handschrift in der Biblioteca Apostolica Vaticana (Vat.turc.102, Bl. 58v – 106) überliefert nur die Hälfte des Textes.   

Foto: Arno Burgi/dpa

Der Autor und Barde Dede Korkut erzählt zwölf Geschichten von oghusischen Helden, Gebräuchen und kriegerischen Auseinandersetzungen, deren mündliche Tradition bis ins erste Jahrtausend n. Chr. zurückreicht. Die Handschrift ist erstmals in einem um 1750 entstandenen Katalog der Kurfürstlichen Bibliothek zu Dresden nachweisbar.

Die  UNESCO erklärte das Jahr 1999 zum "Dede-Korkut-Jahr". Dazu lud die UNESCO 1999 Gäste aus Aserbaidschan und anderen turksprachigen Ländern nach Dresden ein, um die Handschrift zu feiern. Der moderne Ledereinband ist ein Gastgeschenk aus dem Jahr 2004.

2015 jährt sich die Veröffentlichung der ersten deutschen Teilübersetzung des Dede Korkut durch den Orientalisten Heinrich Friedrich von Diez (1751-1817) nach einer heute in der Staatsbibliothek Berlin bewahrten Abschrift des Dresdner Originals zum 200. Mal. Aus diesem Anlass hat der aserbaidschanische Staatspräsident Ilham Aliyev 2015 zum Jahr des Dede Korkut ausgerufen.