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Biografisches

Abraham Pisarek wurde am 24. Dezember 1901 in Przedborz (Kreis Konsk in Russisch Polen) als Sohn des jüdischen Kaufmanns Berek Pisarek und dessen Ehefrau Sura geboren.

Nach dem Besuch der Religionsschule und der Mittelschule in Łódź kam er 1918 nach Deutschland und arbeitete ein Jahr in einer Fabrik in Herne. Nebenbei nahm er Kurse in Illustrationsfotografie, der er sich später in Berlin beruflich ganz zuwendet. 1924 ging er nach Palästina und lebte dort als Chaluz bis 1927. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in Frankreich, bevor sich Pisarek in Berlin freischaffend tätig niederließ und 1928 die Nichtjüdin Berta Isigkeit aus Leningrad heiratete. 1929 trat er dem Reichsverband der deutschen Presse bei. Seine Verbindungen zur KPD führten zur Zusammenarbeit mit John Heartfield sowie der Arbeiterfotografengruppe Berlin-Nord, die ihre Arbeit noch bis etwa 1938 illegal fortsetzte. Befreundet mit Max Liebermann, traf er in dessen Umkreis bedeutende Künstler und Literaten aus der Zeit der Weimarer Republik.

Pisareks Bilder wurden in der "Arbeiter-Illustrierten-Zeitung" und in der jüdischen Presse veröffentlicht. In der Zeit des Naziregimes durfte er ausschließlich im Bereich der Jüdischen Gemeinde arbeiten und war als einziger Fotograf für die fünf bis 1941 fortbestehenden jüdischen Zeitungen und für den "Jüdischen Kulturbund Berlins" – einer Alibi-Einrichtung der Nazis – zugelassen. Er beteiligte sich an der illegalen antifaschistischen Arbeit, wurde mehrmals verhaftet und zur Gestapo vorgeladen. Seine Kinder Georg und Ruth, 1929 in Berlin bzw. 1931 im estnischen Narva geboren und aus sogenannter "sternpflichtiger Mischehe" stammend, waren Repressalien ausgesetzt. Für die jüdische Familie erfolgte 1936 die Ausweisung aus der Reinickendorfer Wohnung und der Umzug in die Wohnung Oranienburger Straße 37, die am 19. Mai 1944 ausbrannte. Nach der Auflösung der jüdischen Organisationen arbeitslos, folgte der Zwangs-Arbeitseinsatz, u. a. als Dolmetscher für polnische und sowjetische Zwangsarbeiter.

Als einer der ersten Presse- und Theaterfotografen in der Sowjetischen Besatzungszone dokumentierte er den Wiederaufbau und das Kulturleben Berlins und hat so ein wertvolles Bildarchiv dieses Stückes Zeitgeschichte hinterlassen. Abraham Pisarek starb 82jährig am 24. April 1983 in Berlin (West).