1. SLUB Dresden
  2. Sammlungen
  3. Deutsche Fotothek
  4. Ausstellungen

Ausstellungen

SLUB, Galerie am Lesesaal

Anlässlich der Neuerscheinung zweier Bildbände in der Reihe "sammlung deutsche fotothek" zeigt die SLUB eine Doppelausstellung in der Galerie am Lessesaal.

Der erste Teil der Ausstellung ist Christian Borchert gewidmet. Der Fotograf hat eine höchst eindrucksvolle Chronik ostdeutscher Lebenswirklichkeit hinterlassen. Unprätentiös und exakt dokumentieren seine Fotografien den Alltag in der DDR und in der Wendezeit, vor allem in Dresden und Berlin. Im Mittelpunkt der Bilder steht der Mensch –sei es als Persönlichkeit, in alltäglichen Situationen oder in den Spuren, die er im Raum hinterlässt. Die Aufnahmen Borcherts zeugen dabei von einem besonderen Sinn für die Geschichtlichkeit des unabwendbar vergehenden Moments. Andere , das war sein Ziel, sollten sich später oder an fremden Orten “eine Vorstellung machen können von Situationen und Verhältnissen“ (Christian Borchert, 1996).


Der zweite Teil zeigt Fotografien von Oswald Lübeck. Lübeck reiste von 1904 bis 1914 als Bordfotograf auf den Luxusdampfern der „Hamburg-Amerikanischen Packet-Acient-Gesellschaft“(Hapag) um die Welt.Seine auf Linien- und Vergnügungsfahrten entstandenen Glasplattenaufnahmen zeigen das gesellschaftliche Leben der Oberschicht an Bord der Victoria Luise, der Cleveland oder der Moltke. Die Interieuraufnahmen des Imperator und der Vaterland inszenieren die glanzvolle Opulenz der größten Schiffe ihrer Zeit. Mit seiner Kamera begleitete der Fotograf die betuchten Reisenden zur mediterranen Wiege abendländischer Kultur, ging mit ihnen auf kaiserlichen Spuren auf Nordlandfahrt und entdeckte mit ihnen die exotisch anmutenden Kulturen Indiens, Chinas, Südostasiens, beider Amerikas und der Karibik. Lübecks sorgfältig arrangierte Reisefotografien zeugen von fernen Welten, von fremdartigen Lebensbedingungen und beeindruckenden Naturlandschaften, spiegeln jedoch ebenso das koloniale Selbstverständnis einer mit dem Ersten Weltkrieg untergegangenen Epoche.

15. Dezember 2011 - 8. April 2012
Zentralbibliothek, Galerie am Lesesaal

Ausstellungsarchiv

Fritz Eschen. Berlin unterm Notdach

Fotografien 1945 bis 1955 aus der Deutschen Fotothek. 7. Mai bis 19. Juni 2011 bei C/O Berlin - International Forum For Visual Dialogues, Postfuhramt,  Oranienburger Straße 35/36.  Eröffnung Freitag, 6. Mai, 19 Uhr.

Kapitulation, Stunde Null, Berlin in Trümmern. Der Tiergarten abgeholzt, die Gedächniskirche zerbombt, das Nicolai Viertel eine Ruinenlandschaft, der Lehrter Bahnhof voller Flüchtlinge – und langsam hält der Alltag Einzug in das Leben der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Neuanfang ist geprägt von Arbeitslosigkeit und sozialem Elend, Handel und Schwarzmarkt, Besatzern und Besiegten. Fritz Eschen erkundet das Leben und Überleben im zerstörten Berlin seit 1945 und lässt keinen Bereich des öffentlichen Lebens aus. Seine Fotografien sind wichtige zeithistorische Dokumente frei von jeglichem Pathos und Dogmatismus und eben aufgrund ihrer unspektakulären Motive einzigartig.

C/O Berlin präsentiert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek, Dresden, ca. 120 Fotografien aus dem Gesamtwerk von Fritz Eschen. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Lehmstedt Verlag erschienen. Mit Fritz Eschen setzt C/O Berlin seine Serie zeithistorischer Fotografien fort, in der schon das Lebenswerk von Roger Melis gezeigt wurde.

Christian Borchert. Mauerbilder

2011 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 50. Mal. Eine Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotografien von Christian Borchert erinnert ab 2. Mai in der Sächsischen Landesvertretung, Brüderstraße 11/12, Berlin,  an das Bauwerk, das als „antifaschistischer Schutzwall“ am 13. August 1961 errichtet wurde und einst auf einer Länge von 165 Kilometern West-Berlin von Ost-Berlin und dem Brandenburger Umland trennte.

Der in Dresden geborene und viele Jahre in Berlin tätige Fotograf Christian Borchert (1942–2000) war ein Chronist seiner Zeit, dessen Alltagsbeobachtungen und thematische Bildzyklen heute zu unersetzlichen Zeitdokumenten geworden sind. In Berlin bisher weitgehend unbekannt ist seine Werkgruppe zur „Berliner Mauer“.

Die zwischen 1963 und 1990 entstandenen Fotografien dokumentieren die Existenz und das Ende des Bauwerkes, das als DAS Symbol für die deutsche Teilung stand und dessen Fall das Ende des Kalten Krieges und die wiedererlangte politische Freiheit bedeuteten. Mit einem sehr persönlichen Blick beschreibt Borchert in diesen Schwarz-Weiß-Fotografien fast 30 Jahre deutsche Geschichte. Es ist die Konzentration auf kleine Details, auf unaufgeregt wie skurril erscheinende Situationen aus dem Umfeld der Berliner Mauer, die den besonderen Reiz der Bilder ausmachen. Ohne Effekthascherei geben sie die Tristesse an dieser innerdeutschen Grenze wider. Der Blick auf Borcherts Fotografien ist heute auch von der Emotionalität der Ereignisse um die Friedliche Revolution 1989/90 geprägt.

Aus Anlass des Mauerbau-Jubiläums stellt die Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund die Fotografien aus dem Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und aus der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek - Staats und Universitätsbibliothek Dresdenerstmals in Berlin der Öffentlichkeit vor.

SLUB, Galerie am Lesesaal

Zur Einführung der Buchreihe »Sammlung Deutsche Fotothek« werden vom 16. November 2010 – 2. April 2011, - verlängert bis Juni 2011 - in der Zentralbibliothek, Galerie am Lesesaal zwei Ausstellungen präsentiert:

Ermenegildo Antonio Donadini - Fotografie im königlichen Dresden 1881-1914
Der Historienmaler, Zeichenlehrer der Königin, Restaurator und Amateurfotograf E. A. Donadini (1847-1936) hatte einen genauen Blick für Neues und Veränderungen im königlichen Dresden. Die Fotografien in der Ausstellung zeigen zahlreiche, oft noch im Bau befindliche Brücken, Denkmäler und Gebäude, aber auch im Abbruch begriffene historische Bausubstanz, die großzügigen Verkehrsachsen oder repräsentativen Neubauten weichen musste.

Eugen Nosko. Industriefotografie 1972-1983
Die brillanten, der Ästhetik der Moderne verpflichteten Industriefotografien Eugen Noskos lassen die einst streng abgeschirmten Produktionsanlagen der 70er und frühen 80er Jahre ungewohnt farbig erscheinen. Die ausgestellten Aufnahmen dokumentieren technische Anlagen und technologische Prozesse in zahlreichen Betrieben, die - wenn am Markt überhaupt noch vertreten – mit ihren Arbeitsplätzen und Maschinenparks so heute kaum noch vorzufinden sind.

"Sich ein Bild machen"

Medium Fotografie, gestern – heute – morgen

Ausstellung des Sächsischen Fotoverbandes e.V. im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtages, vom 16. März bis 11. April 2011, montags bis freitags von 10:00 bis 18:00 Uhr und an den Wochenenden von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, Dresden. Der Eintritt ist frei.

Titelbild des Hauptkataloges der Ausstellung

Unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler werden mehr als 100 fotografische Blätter aus einem reichlichen Jahrhundert Fotografiegeschichte gezeigt. Beginnend mit Aufnahmen von Ermenegildo Antonio Donadini aus der Deutschen Fotothek, über wiederentdeckte Aufnahmen eines Colditzer Amateurfotografen aus den 20er und 30er Jahren, über klassische und moderne Arbeiterfotografie  bis hin zu jüngsten Aufnahmen von Gerhard Weber entfaltet sich ein breites Spektrum Sächischer Fotografie.