Fritz Eschen. Berlin unterm Notdach
Fotografien 1945 bis 1955 aus der Deutschen Fotothek. 7. Mai bis 19. Juni 2011 bei C/O Berlin - International Forum For Visual Dialogues, Postfuhramt, Oranienburger Straße 35/36. Eröffnung Freitag, 6. Mai, 19 Uhr.
Kapitulation, Stunde Null, Berlin in Trümmern. Der Tiergarten abgeholzt, die Gedächniskirche zerbombt, das Nicolai Viertel eine Ruinenlandschaft, der Lehrter Bahnhof voller Flüchtlinge – und langsam hält der Alltag Einzug in das Leben der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Neuanfang ist geprägt von Arbeitslosigkeit und sozialem Elend, Handel und Schwarzmarkt, Besatzern und Besiegten. Fritz Eschen erkundet das Leben und Überleben im zerstörten Berlin seit 1945 und lässt keinen Bereich des öffentlichen Lebens aus. Seine Fotografien sind wichtige zeithistorische Dokumente frei von jeglichem Pathos und Dogmatismus und eben aufgrund ihrer unspektakulären Motive einzigartig.
C/O Berlin präsentiert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek, Dresden, ca. 120 Fotografien aus dem Gesamtwerk von Fritz Eschen. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Lehmstedt Verlag erschienen. Mit Fritz Eschen setzt C/O Berlin seine Serie zeithistorischer Fotografien fort, in der schon das Lebenswerk von Roger Melis gezeigt wurde.
Bilder machen
Fotografie als Praxis

Die Ausstellung Bilder machen führt Fotografie als vielgestaltige kulturelle Praxis vor Augen. Dabei werden sowohl Prozesse der Bilderzeugung wie auch Formen des Bildgebrauchs in den Blick genommen. Fotografie wird damit nicht allein als künstlerische Ausdrucksform, sondern vor allem auch als flexibles und pragmatisches Medium erfahrbar.
Nahezu alle Exponate stammen aus der Deutschen Fotothek, deren Bestände insgesamt mehr als 3.000.000 Aufnahmen umfassen. Auch wenn die Ausstellung nur einen verschwindend geringen Bruchteil dieser Bildermasse sichtbar werden lässt, soll doch der umfassende und welthaltige
Charakter dieses faszinierenden Bildarchivs in der Präsentation anschaulich werden. Gezeigt werden u.a. Aufnahmen von Karl Blossfeldt, Christian Borchert, Hugo Erfurth, Fritz Eschen, Oswald Lübeck, Eugen Nosko, Richard Peter sen., Evelyn Richter sowie Roger und Renate Rössing.
Die in der Fotothek verwahrten Nachlässe bieten die Chance, immer wieder auch einen Blick in die "Werkstatt" der Fotografen zu erhaschen – anhand von Kontaktbögen, Probestreifen und alternativen Bildversionen, die von den Bildautoren eigentlich nicht zur Veröffentlichung vorgesehen waren. Neben den Fotos an der Wand werden zudem auch Bücher, Zeitschriften, Broschüren, Werbemappen, Postkarten und Alben als Bildträger gezeigt.
Da die Fotothek in erster Linie Negative sammelt, wurden zahlreiche Abzüge extra für diese Schau angefertigt. Das "Bilder machen" bezieht sich also auch auf die Ausstellung selbst, die dafür sensibilisieren möchte, dass das fotografische Negativ ein Bildspeicher ist, der sich in immer neuen und anderen – analogen oder auch virtuellen – Medien verkörpern kann.
Eine Ausstellung der UNIVERSITÄTSSAMMLUNGEN.KUNST+TECHNIK der TU Dresden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fotothek
ALTANAGalerie Dresden, 24. April bis 17. Juli 2010
Die Ausstellung wird von einer öffentlichen interdisziplinären Ringvorlesung begleitet (Programm-Flyer). Zudem ist ein reich bebilderter Katalog erschienen.
