Stenografische Sammlung
- Bestände
- Benutzung, Kataloge, Reproduktionen
- Historische Protokolle des Sächsischen Landtages
- Stenografische Quellen digital:
SLUB Dresden | andere Institutionen - Links
Bestände
Die Stenografische Sammlung repräsentiert mit circa 52.000 Medien (darunter fremdsprachige Literatur in 52 Sprachen) die 2.000jährige Geschichte der Stenografie und gilt als weltweit bedeutendste Fachbibliothek ihrer Art. Ihre Geschichte ist eng verbunden mit der Entwicklung der Parlamentsstenografie in Sachsen.
Die Sammlung umfasst folgende Bestandsgruppen:
- Bibliographien, Handbücher, Geschichtswerke
- Lehrbücher, Leseliteratur
- Sonderstenografien
- Zeitschriften
- Systemtheorie und Methodik
- Berichte und Festschriften
- Jahrbücher, Kalender
- Maschinenkunde
- Blindenkurzschrift
- Maschinenkurzschrift
- Handschriften und Originalstenogramme
- Fotos, Dias, Filme, Tonträger
- Werkzeitschriften von Büromaschinenfirmen
- Prospekte, Gebrauchsanweisungen für Büromaschinen
- Standards (Tastaturen, Schriftstückgestaltung)
- Sachzeugnisse (Büsten, Medaillen, Bilder, Gewebe)
Benutzung
Im Freihandbereich Stenografie (Ebene -2) stehen täglich von 8 bis 24 Uhr eine Auswahl von circa 4.500 Bänden sowie alle laufend bezogenen Zeitschriften zur Verfügung.
Der überwiegende Teil der Bestände ist magaziniert und kann per E-Mail oder Fernleihe bestellt werden, außerdem persönlich oder telefonisch (+49 351 4677-542) zu folgenden Öffnungszeiten:
Montag - Mittwoch und Freitag 10:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag 10:00 - 19:00 Uhr
samstags geschlossen.
Die Bereitstellung seltener und wertvoller Medien erfolgt im Lesesaal Sammlungen.
Kataloge
Neuerscheinungen ab 1993 und Zeitschriften sind im SLUB-Katalog zu recherchieren und zu bestellen. Die sachliche Recherche erfolgt durch Eingabe der gewünschten Fachgruppe der Stenosystematik im Index „Regalstandort“ (Großbuchstabe Leerzeichen Kleinbuchstabe*).
Es gibt bis heute Altbestände, die lediglich im Verfasser- bzw. Anonyma-Katalog (digitalisierte Zettelkataloge) zu finden sind. An der Konversion der Kataloge in elektronische Form wird intensiv gearbeitet.
Ergänzend sind Spezial-Kataloge zur Auskunft vorhanden (biographische Nachweise, Zeitschriftenaufsätze, Handschriften).
Reproduktionen
- Kopiermöglichkeiten in der SLUB
- Papier- und Digitale Kopien können in Auftrag gegeben werden: Auftragsformular zum Ausdrucken (PDF).
Historische Protokolle des Sächsischen Landtages
- Informationen zur Überlieferung
- Parlamentsstenografie in Sachsen | Suche nach Parlamentsstenografen
- Gedruckte Landtagsprotokolle digital
Stenografische Quellen der SLUB Dresden digital

Albrecht, Karl: Ziel und Aufgabe des stenographischen Unterrichts
Hamburg, 1890.
Der Leipziger Sprachlehrer Dr. Karl Albrecht (1823-1904) erwarb sich große Verdienste um den Stenografie-Unterricht. Er verwandte eine neue Lehrweise, die vielen späteren Lehrbuchverfassern als Vorbild diente. Grundlage ist die kalkulierende oder analytische Methode Johann Ahns (1796-1865), die den Lehrstoff der Aufnahmefähigkeit des jeweiligen Schülerkreises angepasst, methodisch geordnet in Einzelabschnitte teilt.

Albrecht, Karl: Stenographisch-pädagogische Streitfragen
Leipzig, 1856.
In dieser Schrift widmet sich Dr. Karl Albrecht neben pädagogischen Fragen des Kurzschriftunterrichts auch der damals noch wenig entwickelten Systemtheorie.
Eine Vielzahl seiner Hinweise in Bezug auf Klarheit, genaue Fassung und Vollständigkeit des Regelwerkes zur Gabelsbergerschen Stenografie wurde 1857 bei der Herausgabe der sogenannten „Dresdner Beschlüsse“ berücksichtigt.

Gabelsberger, Franz Xaver: Der stenographische Repetitor oder Zusammenstellung aller wesentlichen auf einfache und zusammengesetzte Buchstaben gestützten Kürzungen …
München, 1848.
Das einzig erhaltene, von F. X. Gabelsberger selbst geschriebene Exemplar eines alphabetisch geordneten Kürzungsverzeichnisses informiert über die Regeln und Vorteile der Kürzungslehre. Es wurde vom Autor 1848 an das damalige „Königliche Stenographische Institut Dresden“ gesandt.

Scheel, Wilhelm: Kurzer Lehrgang der Debattenschrift nach Gabelsbergers System
Leipzig, 1891.
Der Lehrer, Stenograf und Schriftsteller Wilhelm Scheel (1854-1915) aus Neumünster veröffentlichte 1888 den 1. Teil seines Lehrbuches zur Stenographie nach Gabelsbergers System mit dem Titel „Schul- und Korrespondenzschrift“. In der vorrliegenden 2. Stufe „Debattenschrift“ vertritt der Autor die Auffassung, dass man eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 100 bis 120 Silben pro Minute erreicht haben muss, bevor man sich mit der hier beschriebenen Satzkürzungslehre befasst.

Schramm, Albert: Deutsche Sagen
Blaubeuren, 1897.
Der Buchkundler, Stenograf und Schriftwissenschaftler Albert Schramm (1880-1937) arbeitete von 1904 bis 1913 beim Stenographischen Landesamt Dresden, später als Direktor des „Deutschen Buchgewerbe- und Schriftmuseums Leipzig“. Er veröffentlichte Schriften zur Geschichte der Stenografie, zur Gabelsbergerschen Stenografie, zur Reichskurzschrift und zu Esperanto. Die Auswahl deutscher Sagen stellte er während seiner Studienzeit zusammen und übertrug sie später in Gabelsbergersche Stenografie.
Digitale Fassung Band 1 | Band 2

Zusammenstellung der von dem Königlichen Stenographischen Institut zu Dresden bei der Revision des Gabelsbergerschen Systems gefassten Beschlüsse
Dresden, 1857.
Die sogenannten „Dresdner Beschlüsse“ von 1857 bildeten die Grundlage der Gabelsbergerschen Stenografie für die Zeit von 1857 bis 1902. Sie wurden von 1854 bis 1857 von Mitarbeitern des Dresdner Stenographischen Landesamtes nach Prüfung der verschiedensten Schreibweisen und Durchsicht des gesamten Lehrgebäudes zusammengetragen (3.677 Beschlüsse über Schreibweisen und Schreibregeln) und nach Zustimmung durch die bayerischen und österreichischen Vertreter zur 2. Allgemeinen Stenographenversammlung zu Dresden angenommen.
Dutertre, B.: L’Art De Recueillir La Parole, Ou La Sténographie Mise A la portée de tout le monde
Paris, 1829.
B. Dutertre (und vermutlich L. F. R. Fayet) veröffentlichten erstmalig 1828 ein Stenografie-System, von dem sie behaupteten, es sei den besten englischen Autoren nachgebildet. Es drückt die Vokale durch verschiedene Stellung der Konsonantenzeichen aus.

Eitner, A.: Die Hauptregeln des Gabelsbergerschen Stenographie-Systems zum Gebrauch in Wiederholungskursen und als Nachschlagebuch für Anfänger
1898 wurde die Einführung des Kurzschriftunterrichtes in den Kapitulantenschulen des deutschen Heeres angeordnet. Der Feldwebel und Stenografielehrer A. Eitner aus Köln-Deutz verfasste als Nachschlagewerk für Schüler und Lehrer eine übersichtliche Zusammenstellung der wichtigsten Grundregeln zum System Gabelsberger.

Folkingham, William u. Alexander Tremaine Wright: Brachygraphie, Post.-Writt. or The Art of Short-writing
London, 1898.
Der englische Postmeister William Folkingham entwickelte 1620 eine eigene Stenografie, die noch den altgeometrischen Kurzschriften zuzuordnen ist, aber schon Teilzüge der gewöhnlichen Schrift mit Ober- und Unterlängen verwendete. Der Reprint von 1898 enthält seine Ausführungen dazu sowie einen Aufsatz von Alexander Tremaine Wright über Folkinghams Arbeit.
Kessler, Johann Wilhelm: Vollständiges Lehrbuch der Schreibkunst, mit besonderer Anleitung zum Schön- und Geschwindschreiben
Heilbronn, Rothenburg 1810.
Grundlage der kursiven Stenografie ist die deutsche und lateinische Schreibschrift. Diese Schriftformen beeinflussten die äußere Gestaltung der Kursivstenografie. Deshalb wurden Werke zur Kalligraphie in den Bestand der Stenografischen Sammlung aufgenommen.
Stenografische Quellen anderer Institutionen digital
Bestände der Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung in Bayreuth e. V.
- Timothe Bright: Characterie an Arte, London 1888 (PDF)
- Jaques Cossard: Méthode pour écrire aussi vite qu´on parle, Paris 1651 (PDF)
- Pietro Molina: Scrittura elementare, Milano 1797 (PDF)
- Friedrich Mosengeil: Stenographie. Eisenach 1796 (PDF)
- Carl Aloys Ramsay: Tacheographia oder Geschwindeschreibkunst, Berlin 1894 (PDF)
Bestände der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
- Faulmann, Karl: Geschichte und Litteratur der Stenographie, Wien 1895 (PDF)
- Johnen, Christian: Hundert Jahre deutscher Kurzschrift. Ein Vortrag über die Entwicklung der Stenographie in Deutschland seit 1796, Berlin 1896 (PDF)
- Meinberg, Hermann: Kurzgefasste Geschichte der Stenographie, Düsseldorf 1892 (PDF)
- Schrey, Ferdinand: Lehrbuch der Debattenschrift nach dem System der Vereinfachten deutschen Stenographie, Berlin 1891 (PDF)
- Stolze, Wilhelm: Theoretisch-praktisches Lehrbuch der deutschen Stenographie für höhere Schulen und zum Selbstunterricht, Teil1 : Anleitung, Berlin 1888 (PDF)
Links
Stenografische Sammlung der SLUB
- "Die stenografische Sammlung der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) – ihre Bestände und Benutzungsmöglichkeiten“ (PDF). In: Neue stenografische Praxis, 57(2008)3, S. 65-71
- „Schnell und kurz. Die stenografische Sammlung in der SLUB Dresden "(PDF). In: BIS Das Magazin der Bibliotheken in Sachsen, 2(2009)1, S. 57-59
- „Die Stenografin Anna Grigorjewna Dostojewskaja“ (PDF). In: SLUB-Kurier, 21(2007)4, S. 8-10
Stenografische Institutionen und Verbände
- Verband der Parlaments- und Verhandlungsstenografen e. V.
- Deutscher Stenografenbund e. V.
- Stenografenverein Dresden e. V.
- Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung in Bayreuth e. V.
- Stenonet (deutschsprachige Vereine und Verbände)
- Bundesjugend für Computer, Kurzschrift, Medien
- Verband für Informationsverarbeitung NRW
- Norddeutscher Stenografenverband
- Südwestdeutscher Stenografenverband
- Intersteno Landesgruppe Deutschland
- Intersteno
- Österreichischer Stenografenverband
- Stenografenverein St. Gallen (Schweiz)
- Schweizerischer Stenografenverband Stolze-Schrey
