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Abraham Pisarek

Abraham Pisarek. Aufnahme: Inge Unikower, 1976. Reproduktion SLUB/DF Pk 277.Als Sohn eines Rabbiners während des Nazi-Regimes mit Berufsverbot belegt, durfte der gelernte Elektromonteur und ab 1928 ausgebildete Fotograf nur noch für die bis 1941 erlaubte jüdische Presse arbeiten. Abraham Pisarek verdanken wir die einzigen Fotos vom Begräbnis Max Liebermanns am 12. Februar 1935. Der Pressefotograf, der durch Glücksumstände der Deportation entgangen war, wurde einer der wichtigsten Bildchronisten in der sowjetischen Besatzungszone und Ost-Berlins. Neben Dokumentationen politischer und kultureller Ereignisse schuf er Porträts vieler Persönlichkeiten.

Herausragend ist seine Bedeutung als Fotograf des Berliner Theaterlebens, dem er sich seit den 50er Jahren fast ausschließlich widmet. So verbirgt sich im Bestand innerhalb der Repertoirevielfalt manch spektakuläre Ur- oder Erstaufführung. Sein Werk mit etwa 100.000 Negativen ab 1945 konnte die Deutsche Fotothek 1982 übernehmen. Als eine der unschätzbaren Bilderchroniken zählt das Archiv neben denen von Fritz Eschen, Roger und Renate Rössing, Erich Höhne/Erich Pohl und Christian Borchert zu den umfangreichsten Erwerbungen der Fotothek und bleibt wie diese mit der überlieferten Nummerierung erhalten.

Die Kulturstiftung des Bundes hat 7 Millionen Euro für ein Programm zur Konservierung und Restaurierung von gefährdetem mobilem Kulturgut (KUR) zur Verfügung gestellt, das sie gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder durchführt. Im Rahmen eines solchen KUR-Projektes hat die Deutsche Fotothek von Mai 2008 bis April 2010 rund 111.000 Filmnegative gesichtert und publiziert, die die historische Situation in Berlin, Dresden und Leipzig nach 1945 dokumentieren und die politische, kulturelle und städtebauliche Entwicklung in den folgenden Jahren des Wandels und der Neuformierung deutscher Lebenswirklichkeit bis circa 1960 begleiten, - darunter auch rund 55.000 Aufnahmen aus dem Nachlass Pisarek.

Kerstin Delang

© SLUB/Deutsche Fotothek 2007