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Singstimmen-Sammlung Paul Wilhelm

"was bedeuten aufnahmetechnische Schönheitsfehler, wenn wir die Kunst großer Sänger […] erleben können" [1]

Paul Wilhelm, Selbstbildnis, 1951, Aquarell. SKD Kupferstich-Kabinett Dresden. Aufnahme: Herbert Boswank. Den Nukleus der Sammlungen der Mediathek bildet die rund 4.000 Schallplatten umfassende Kollektion mit Aufnahmen von Singstimmen aus dem Nachlass des Malers Paul Wilhelm (1886-1965). Es handelt sich überwiegend um Schellackplatten, die Wilhelm über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten zusammentrug. Es entstand eine einzigartige, international ausgerichtete Sammlung, die außer Aufnahmen der bedeutendsten Sängerinnen und Sängern des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, auch solche weniger bekannter, teils im Dritten Reich verfolgter und/oder heute vergessener Künstler enthält, wie Einspielungen des berühmten Baritons Joseph Schwarz (1880-1926), der international erfolgreichen Koloratursopranistin Marcella Sembrich (1858-1935) oder des Heldentenors Lauritz Melchior (1890-1973).

Mittlerweile konnten bereits rund 250 Platten aus dem Gesamtbestand digitalisiert werden, die in Kürze in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Die Auswahl vermittelt einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Sammlung. Es handelt sich dabei um Einspielungen von rund 175 Künstlern, davon beinahe 60 Sängerinnen und Sänger, die an den Opernhäusern in Dresden und Leipzig gewirkt haben. Darunter Künstler wie der bekannte Dresdner Bariton Karl Scheidemantel (1859-1923), die Mezzosopranistin Therese Rothauser (1865-1943) und der lange Jahre in Leipzig engagierte Heldentenor Jacques Urlus (1867-1935).

[1] Paul Wilhelm: Über das Sammeln alter Schallplatten, Manuskript, zitiert nach: Paul Wilhelm zum 100. Geburtstag. Katalog zur Ausstellung im Albertinum vom 5. Dez. 1986 bis 1. März 1987, bearb. von Werner Schmidt, SKD Kupferstich-Kabinett, Dresden 1986, S. 29.