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Vorstandsbericht 2011

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der GFF der SLUB,

über uns, so verrät uns Google, wenn wir die SLUB-Dresden anklicken, ist zu lesen, dass sich die 1990 gegründete Gesellschaft seither der Aufgabe verpflichtet fühlt, die „SLUB in ihrem öffentlichen Auftrag finanziell und ideell zu unterstützen, insbesondere durch :

  • finanzielle Beiträge zur Bestandserhaltung und zum Erwerb wertvoller Bücher,
  • durch Einwerbung von Spenden und Sachleistungen sowie
  • durch die Unterstützung der SLUB in der Öffentlichkeit.

Über weitere Links zum Vorstand, zu Spenden, zur Mitgliedschaft, zum Jahresprogramm, zum personalen Profil der Gesellschaft der FF im engeren Sinne sowie zum Stand des bisher Erreichten erfährt der wissbegierige Internetnutzer, dass es einerseits eine beachtliche Anzahl von Aktivitäten unserer Gesellschaft 2011 gegeben hat, die sich im Wesentlichen auf die Teilnahme an Veranstaltungen unseres Jahresplanes und auf weitere Angebote der SLUB konzentrierten. Andererseits gab und gibt es flankierende Aktivitäten von Mitarbeitern der SLUB, die bei der Betreuung von ehrenamtlichen Helfern (vgl. dazu das Heft 3/2011 der BIS) oder auch als Verantwortliche für Buchpatenschaften (da wäre Frau Bärbel Kühnemann lobend zu erwähnen) wirksam nach außen und nach innen den Zwecksetzungen der GFF verpflichtet fühlten bzw. diese indirekt förderten.
Ich möchte im Folgenden die Bilanz des Vorstandes zur Wahrnehmung ideeller Angebote wie Vorträge, Werkstattbesuche, Sammlungen und die Exkursion nach Görlitz mit dem Blick auf Zukünftiges, Bewährtes, aber auch Neues verbinden und Sie im Weiteren auch darüber informieren, was wir  - sozusagen hinter den Kulissen öffentlicher Wahrnehmung – während der vergangenen 12 Monate in der Vorstandsarbeit geleistet haben.

Der Veranstaltungsplan 2011 ging Ihnen mit unseren Weihnachts- und Neujahrsgrüßen Ende 2010 zu und wies 9 in Eigenverantwortung zu gestaltende Begegnungsanlässe für unsere Mitglieder aus, die durch 7 weitere repräsentative Veranstaltungen der Generaldirektion bereichert wurden. Dazu gehörten die Ausstellungen „ Erinnerung, Gewalt, Verdrängung“, Gunter Böhmer illustriert Weltliteratur, „Kunst im Werden“ und die Finissage, die Würdigung des 223. Geburtstages von Arthur Schopenhauer und nicht zu vergessen das beeindruckende Erlebnis der feierlichen Abschlusspräsentation der Faksimile-Edition des „Dresdner Sachsenspiegels“.
Mit derlei repräsentativen Großereignissen können wir allerdings nicht konkurrieren , was auch nicht dem Sinn und Zweck unserer Gesellschaft entspräche, denn wir verstehen uns als ideell und materiell flankierende, d.h. fördernde Gesellschaft, deren Mitglieder gewissermaßen „Werbeträger“ der „Institution SLUB“ sind und demzufolge gut informiert seien sollten über das Werden und Wachsen der zu fördernden Einrichtung - wie sie auch teilhaben sollten an deren Erfolgen.
Mit anderen Worten :  Wir aktualisieren mittels der Veranstaltungen unser Wissen über die teils verborgenen Schätze der SLUB, lernen Kooperationspartner der SLUB näher kennen, wie zum Beispiel die Sächsische Akademie der Künste oder die Gunter- Böhmer -Stiftung in Calw-, begegnen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens –beispielsweise der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst- oder auch international renommierten Verlagen – wie der Akademischen Druck- und Verlagsanstalt Graz)- und werden damit in die Lage versetzt, potentielle Interessenten  (bzw. neue Fördermitglieder ? !) sachkundig informieren und vielleicht auch als Sponsoren für nicht etatgebundene Projekte gewinnen zu können. Das ist bekanntlich in „Zeiten leerer Kassen“ ein Dauerproblem für alle Fördervereine und bedarf auch unsererseits vereinter Anstrengungen, um den gegenwärtig äußerst engen Spielraum zwischen Einnahmen und Ausgaben zugunsten einer öffentlichkeitswirksamen Projektförderung zu erweitern, wobei es uns nicht an Ideen mangelt , wohl aber an Sponsoren!!!

Doch zunächst soll bilanziert werden, was im Mittelpunkt inhaltlicher Profilierung unserer Vorstandsarbeit 2011 stand:
Wir eröffneten unsere Vortragsreihe mit einer Diskussionsrunde zum Thema :
„Die Zukunft der Bibliotheken und der Wandel des Bibliothekarsberufes“.
Wer hätte da besser Auskünfte geben können als  der Generaldirektor Professor Bürger selber, denn schließlich verbinden sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung unserer Welt nicht nur Konsequenzen für eine permanente Modernisierung wissenschaftlicher Bibliotheken, sondern parallel dazu vollzieht sich der Wandel im Berufsbild eines Bibliothekars, der mit veränderten (aktualisierten) Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogrammen einhergeht.
Denn : Einerseits werden traditionelle Tätigkeitsfelder von Bibliothekaren weiterhin Bestand haben; andererseits fordern neue Berufsprofile – beispielsweise zur integrativen Bestandserfassung bzw. Vernetzung verschiedener Datenbanken (Fotothek, Mediethek, Handschriften, Autographen mit diversen Nachlässen) im Discovery- System PRIMO, eine professionelle Vorbereitung des Bibliothekars der Gegenwart und Zukunft auf die von den Nutzern wissenschaftlicher Bibliotheken zu erwartenden Leistungen.

Ganz im Zeichen unserer  ideellen Vorbereitung auf veränderte Lese- und Textverarbeitungsstrategien bzw. –praktiken stand ein Vortrag unseres Vorstandsmitgliedes, Professor Rudolf Pörtner, zum Thema :
„Kindle, Syllabus, Commencement“ – mit dem Untertitel „Impressionen zu den Themen: Buch, Studium, Lehre, Alltag“. Er referierte sehr anschaulich , informativ und persönlich seine Eindrücke von einem viermonatigen Aufenthalt als Gastprofessor für Mittelalterliche Geschichte an der Grand Valley University in Allendale (Bundesstaat Michigan). Ein Fazit seines Vortrages war, dass wir uns den „Segnungen des Medienzeitalters“ nicht verschließen können, denn die Existenz von iPads, E-Books, Print-Books, Handys und Laptops in Bibliotheken gehört mittlerweile zur Normalität des Arbeitsalltags von Bibliotheksnutzern.

Zwei weitere Gastvorträge, die wir in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Zweig der Gesellschaft für deutsche Sprache organisierten, beschäftigten sich mit sprachlichen Aspekten in Texten bzw. in Kommunikationssituationen des Alltags, der Presse und Publizistik sowie der Werbebranche. Frau Professor Ines Busch-Lauer  von der Westsächsischen Hochschule Zwickau sprach über das Thema: „Sprachpannen – Versprecher, Verhörer und Verschreiber“.
Es war schon interessant für alle Anwesende die zum Teil kuriosen Versprecher von Prominenten im Rundfunk und im Fernsehen zu erleben, die Verschreiber in öffentlichen Verfügungen der Bürgerbüros zu erschließen und die Ursachen für Verhörer aufzudecken.
Besonders in der Verwaltungssprache seien Normverstöße nicht „Kavaliersdelikte“, sondern
stünden beim Bürger  in unmittelbarem Zusammenhang mit der Inhaltsakzeptanz und Glaubwürdigkeit des Textes. Dem konnten die Anwesenden nur zustimmen!

Im 2. Vortrag ging es um das Thema: „Der Neger, das Fräulein und der Schwule – Tabuisierungen und Enttabuisierungen in der deutschen Sprache der Gegenwart“. Herr Professor Rudolf Hoberg von der TU Darmstadt verdeutlichte uns die Abhängigkeit der Akzeptanz sprachlicher Äußerungen vom
gesellschaftlichen Wertewandel anhand ausgewählter Lexik, indem er seine Beispiele aus der Gegenüberstellung der Standardsprache zur  Amtssprache und Vulgärsprache interpretierte.
Beide Referenten schärften unseren Blick sowohl für das Erkennen sprachlicher Absurditäten
in der Medienkommunikation als auch für gesellschaftlich- sozial bedingte Tabuisierungen bzw. Enttabuisierungen, wobei letztere durchaus kontroverse Diskussionen im Nachgang auslösten, die ja  eine Sensibilisierung des Sprachgefühls befördern kann, worum es uns letztlich auch ging.

Wir werden im kommenden Jahr mit einem Vortrag von Herrn Dr. Mark Lehmstedt, unserem Vorstandsmitglied und hauptberuflich als Leiter des Leipziger Lehrmstedt-Verlages Tätigen,
die Vortragsserien fortsetzen. Herr Dr. Lehmstedt lässt uns einmal „hinter die Kulissen“ schauen; genauer gesagt : er erläutert uns, was alles bedacht, geschehen und funktionieren muss, damit ein Buch, ein Stadtführer, ein Kalender oder ein anderes Printmaterial auf dem Buchmarkt – mit Verkaufsaussichten- erscheinen kann, weshalb er den Titel: „Lust und Leid der Verlegerei“ gewählt hat.

Auch ich möchte mich Ihnen mit einem Thema vorstellen, das ich im Veranstaltungsplan 2012 als „Gedächtnistraining mit Mnemotechniken – Gewinn oder Illusion?“ ausgewiesen habe. In meinem früheren aktiven Berufsleben habe ich einst Studenten, das waren zukünftige Lehrer für DaF bzw. DaZ, Einblicke in die Geschichte der Mnemotechniken gegeben, fachwissenschaftliche Erläuterungen über deren Wirksamkeit der einschlägigen
Publizistik entnommen und die verschiedenen Codierungsverfahren selber ausprobiert. So ein Thema – interaktiv gestaltet – könnte vielleicht auch auf Ihr Interesse stoßen, zumal die meisten von uns in einem Alter sind, in dem man leicht etwas vergisst bzw. nach sogen. Eselsbrücken Ausschau hält, um Merkenswertes dauerhaft im Gedächtnis zu bewahren.

Wenden wir uns nunmehr zwei weiteren Aktivitäten des Vorstandes im vergangenen Berichtszeitraum zu:

  • dem Besuch der Stenografischen Sammlung und
  • dem Werkstattgespräch in der Abteilung „Restaurierung und Reprographie“.

Hintergrund für die Auswahl von Arbeitsstätten innerhalb der SLUB war  die Absicht, interessierten Mitgliedern der GFF die Möglichkeit einzuräumen, mit kompetenten Mitarbeitern des Hauses über Stand, Zukunft und Probleme ihres Berufslebens informiert zu werden, um daraus Anregungen für notwendige Fördermaßnahmen zum Bestandserhalt abzuleiten, die der Zielsetzung unserer Gesellschaft entsprechen.
Frau Rosemarie Hänsel hatte uns ja bereits in der Jahreshauptversammlung 2010 einen detaillierten Einblick in den Bestand der Stenografischen Sammlung gegeben, der bei einigen Mitgliedern den Wunsch aufkommen ließ, dieser Sammlung eine ihr gebührende differenzierte Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. So versammelten sich ehemalige Stenografen aus verschiedenen Berufsgruppen vor Ort, um nähere Auskünfte darüber zu erhalten, wer die „Pioniere der Stenografie“ waren, über welchen Bestand an Zeitzeugen die SLUB verfügt und wie es um die Zukunft der Sammlung bestellt ist.

Ohne weitere Einzelheiten zur Situation an dieser Stelle referieren zu wollen, sei vor allem ein Ergebnis von weitreichender Bedeutung erwähnt, das mit der Bewahrung und Erschließung des Kunowski-Archives zusammenhängt, für das unsere Gesellschaft seit 1999 die treuhänderische Verwaltung einer beachtlichen Spende der Internationalen Sprechspurgesellschaft „Tutmonda Parolspur Asocio“ wahrnimmt.
Mit Unterstützung der Generaldirektion und den in der Sache zuständigen Mitarbeitern gelang es uns, im Einvernehmen mit dem Sponsor die Bewahrung des Kunowski- Erbes insofern abzusichern, als zusätzlich zu den Haushaltmitteln der SLUB 35.000 Euro zur Verfügung
stehen werden, um im Verausgabungszeitraum von 2012 bis 2014 u.a. solche Vorhaben zu ermöglichen, die der gesamten Sammlung zugute kommen und gleichsam dem Vermächtnis Kunowskis  entsprechen. Dazu zählen u.a.  Digitalisierungen ausgewählter Spitzenstücke der Stenographischen Sammlung wie Texte, Porträts, Medaillen, retrospektive Katalogisierungen mit Dienstleistern , Webseiten bei Wikipedia, Neuerwerbungen, die denkmalpflegerische Betreuung der Kunowski-Grabstelle auf dem Dresdner Annenfriedhof und eine Tagung, die
sich speziell der Präsentation des Kunowski-Erbes in der Öffentlichkeit verpflichtet fühlen wird.

Den Besuch bzw. das nähere Kennenlernen von Sammelgebieten in der SLUB wollen wir 2012 in der Fotothek und in der Handschriftensammlung fortsetzen. Wir werden unter sachkundiger Führung von Herrn Dr. Bove bzw. Herrn Aurich die Räumlichkeiten der jeweiligen Sammlungen besichtigen, Wissenswertes über die wechselvolle Geschichte des Archivgutes erfahren und so manche fotografische bzw. bibliophile Kostbarkeit aus nächster Nähe bewundern dürfen. Mit unserem Interesse für die Bestände ausgewählter Sammelgebiete drücken wir u.a. auch unsere Wertschätzung für die Mitarbeiter aus, die fern von den Blicken der Öffentlichkeit (also hinter verschlossenen Türen!) hervorragende kulturwerterhaltende
Arbeit leisten. Gleichzeitig lernen wir – als Werbeträger der SLUB – konkrete Exponate kennen, die im Range nationaler – vielleicht sogar internationaler – Einmaligkeit stehen, woraus sich manche Anregung für wünschenswerte Förderleistungen unserer Gesellschaft gewinnen ließe, wenn man an die inhaltliche Weiterschreibung unserer Aktivitäten denkt.

Manchmal übersteigen freilich derartige  Wünsche unsere finanziellen Möglichkeiten, wenn wir beispielsweise erfahren, wie notwendig eine funktionierende Trockenkammer für die Abteilung „Restaurierung und Reprographie“ wäre, um den Originalerhalt von Jahrhunderte altem Schrifttum dauerhaft zu gewährleisten, denn das bedeutete eine halbe Million „auf der Kante“ zu haben!!!

Dennoch sei den Mitarbeitern, Rebekka Schulz und Lars Speer, unter der Leitung des Landesbeauftragten für Bestandserhaltung der SLUB, Herrn Dr. Michael Vogel, ganz herzlich gedankt für einen überaus lehrreichen und anschaulichen Werkstattbesuch in der Abteilung Restaurierung und Bestandserhaltung. Es erfüllte uns schon mit Stolz zu erfahren, was die Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Beseitigung erheblicher Bestandsschäden und –verluste durch extreme Witterungsbedingungen bzw. Bauschäden geleistet haben; u.a. für die Klosterbibliothek Mariental, die Forstwirtschaftliche Bibliothek in Tharandt oder das Stadtarchiv in Köln. Derlei Leistungen haben ohne Zweifel das Ansehen der SLUB in ganz Deutschland publik gemacht, woran es anzuschließen gilt, wenn wir nach weiteren Sponsoren Ausschau halten wollen.

Ein letzter kultureller Höhepunkt des vergangenen Jahres soll noch abschließend Erwähnung finden; und zwar  unser Besuch der 3. Sächsischen Landesausstellung „Via regia -  800 Jahre Bewegung und Begegnung“ in Görlitz.
31 Teilnehmer erlebten eine sachkundige Führung durch die Kaisertrutz und bewunderten ausgewählte Exponate aus den Themenwelten : Aufbruch, Fundament, Markt, Mensch und Austausch. Der gemeinsame Spaziergang durch die historische Altstadt wurde mit zahlreichen
merkenswerten Episoden und  Insiderwissen über eine wiedererstandene Städtearchitektur angereichert, die ihresgleichen in Deutschland eher selten findet.
Kein Wunder, dass manch einer von uns auf der Rückfahrt bemerkte: „Nächstes Jahr fahren wir wieder nach Görlitz – am besten gleich zwei Tage!

Wir werden die Exkursions-Tradition unserer Gesellschaft im nächsten Jahr mit einem Besuch der Nationalbibliothek, der Musikbibliothek und des Buchmuseums in Leipzig  fortsetzen und hoffen wiederum auf eine rege Teilnahme Ihrerseits.
Kommen wir nun zum Schluss unserer Berichterstattung, indem wir einige Aktivitäten erwähnen, die unsere Vorstandsarbeit permanent begleiteten, Dank denen sagen, die uns dabei aktiv unterstützten und auf ein neues Projekt neugierig machen:

  • Den Mitarbeiterinnen für Öffentlichkeitsarbeit in der Generaldirektion, insbesondere Frau  Jenny Herkner, sei  Dank gesagt für die Betreuung der Homepage „GFF der SLUB“, denn dadurch konnte sich jedes Mitglied unserer Gesellschaft auf dem Laufenden halten, denn Vorankündigungen und Kurzberichte wurden ständig auf den aktuellen Stand gebracht
  • Zu großem Dank verpflichtet sind wir ebenfalls der Sekretärin des Generaldirektors, Frau Catrin Zemmrich, die stets pünktlich, umsichtig und zuverlässig unsere Korrespondenzen in die richtigen Bahnen lenkte und sozusagen die „gute Seele“ unseres Minibüros ist!
  • Ein „Dauerbrenner“ war für uns die Mitgliederdatei. Sie bedurfte ergänzender Daten, damit der Brief- bzw. E-Mail-Verkehr reibungslos erfolgen kann. Auch haben wir alle Mitglieder gebeten, ihren  Mitgliedsbeitrag und gegebenenfalls auch Spenden über ein Lastschriftverfahren abzuwickeln.
  • Die Flyer, in denen wir uns als Gesellschaft der Freunde und Förderer der SLUB der Öffentlichkeit vorstellen sowie  um Beitritt und Spenden werben, bedurfte ebenfalls einer aktualisierten Textverarbeitung und bildoptisch wirksameren Gestaltung. Sie besteht darin, dass attraktive Exponate aus den Sammlungen der SLUB den Blickfang bilden und die beigefügten Informationen über Zweck, Mitgliedschaft, Beiträge und Bankverbindung der GFF konkrete Auskünfte erteilen.
  • Aus vereinsrechtlichen Gründen beschäftigten wir uns auch mit einer Anpassung der seit 2005 gültigen Satzung unserer Gesellschaft an das geltende Vereinsrecht. Was sich dahinter im Einzelnen verbirgt, wird Ihnen unser Vorstandsmitglied, Herr Professor Pörtner näher erläutern (vgl. TOP 7). Doch zuvor wird  unser Schatzmeister, Herrn Juri Streller, in den Tagesordnungspunkten 5 und 6 die Bilanz zum Haushaltplan 2010/2011 vortragen und kommentieren. Dabei wird er uns die gegenwärtig geringen „Spielräume für Fördermaßnahmen“ anschaulich vor Augen führen. Wir alle hoffen, in der Diskussion die eine oder andere gute Ideen zur Verbesserung der Lage von Ihnen zu erhalten, um ein Projekt realisieren zu können, das gegenwärtig dabei ist, inhaltliche Konturen zu bekommen. Es steht im Zusammenhang mit einem Wunsch, der schon mehrfach von unseren Vorgängern geäußert wurde und sich vielleicht am klarsten in der programmatischen Formulierung nach mehr Öffentlichkeitswirksamkeit unserer Gesellschaft auf den Punkt bringen ließe.
  • Wir wollen nämlich 2012 einen Schreibwettbewerb ausloben, der das Ziel hat, die Nutzer der SLUB zu Wort kommen zu lassen, also die Studenten, Doktoranden, Bürger der Stadt Dresden und all die anderen, die das Bedürfnis haben, sich über ihre Befindlichkeiten in der Bibliothek bzw. im Umgang mit Büchern zu äußern. Zugegebenermaßen  klingt das recht allgemein, denn wir befinden uns noch in der konzeptionellen Phase. Gegenwärtig liegen zwei Konzepte vor. Das eine möchte in Erfahrung bringen, welche Rolle Bücher bzw. das Lesen für Studium, Beruf und Freizeit spielen. Das andere Konzept will danach fragen, wie iPad, Kindle, Handy und Laptop die Lese- und Schreibkultur in Bibliotheken verändern.

Denn: Ein Blick in die Arbeits- und Leseräume der SLUB verrät uns, dass mittlerweile außer Büchern/Zeitschriften usw. immer häufiger elektronische Medien benutzt werden, um Studienaufgaben, Graduierungsarbeiten und auch Projekte zu erledigen. Noch sind zwar die Magazine gefüllt mit Schriftgut aus mehreren Jahrhunderten, noch werden allein pro Jahr ca. 2 Millionen Bücher/Zeitschriften ausgeliehen und noch gibt es in Deutschland über 8.000 weitere Bibliotheken, aber  wer wird sie in Zukunft wohl nutzen wollen, wenn wir per Mausklick oder Touchscreen entscheiden können, wann wir wo was recherchieren, schreiben oder gestalten wollen?
Da erhebt sich die Frage: Wie bei zunehmender Digitalisierung der schriftsprachlichen Bestände (Text- und Bildmaterialien) die Bibliotheken der Zukunft beschaffen sein müssten.
Mögliche Antworten dürften für uns alle recht aufschlussreich sein und uns Anregungen geben  für zu fördernde Anpasssungsleistungen der SLUB an die Bedürfnisse ihrer Nutzer, womit wir als Gesellschaft einen öffentlichkeitswirksamen Beitrag leisten könnten.

Sie sehen, liebe Anwesende unserer Mitgliederversammlung, wir stecken schon mitten in den Vorbereitungen zur Gestaltung eines interessanten, dem Geiste unserer Gesellschaft adäquaten Vereinslebens 2012. Dafür möchte ich meinen Vorstandsmitgliedern weiterhin so viel Kraft, Ideen und Einsatzbereitschaft wie bisher und Ihnen viel Neugier und Vorfreude auf das Kommende wünschen.